Sandro Kühn trifft Daniel Morgenroth

Shownotes

Daniel Morgenroth verabschiedet sich nach fünf Jahren als Generalintendant vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Seine Intendanz war geprägt von großen Theaterprojekten an ungewöhnlichen Orten, der Auszeichnung als bestes Stadttheater Deutschlands, intensivem Einsatz für die Finanzierung der Häuser und Diskussionen, die weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erzeugten.

Bereits 2024 war Daniel Morgenroth zu Gast im Podcast „Der Rede wert“. Sandro Kühn sprach mit ihm über seine Vision für das Theater, die Hintergründe der viel diskutierten Idee, die Namensrechte des Hauses zum Verkauf anzubieten, über das Spielzeitmotto „KAPITAL“ und darüber, warum Kultur immer wieder neue Wege gehen muss.

Wer Daniel Morgenroths Ideen und Beweggründe noch einmal aus erster Hand erleben möchte, dem sei diese Folge noch einmal wärmstens empfohlen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Irgendwie braucht es jetzt ein Mechanismus, der den Orchestern und Theatern eine Planungssicherheit gibt.

00:00:07: Über die Mittel über die nächsten Jahre!

00:00:09: Wenn der sächsische Staat möchte dass wir in der Fläche diese tolle Kultur haben dann muss man da rangehen.

00:00:15: bei allen knappen Haushaltslagen brauchst du jetzt mehr finanzielles Engagement.

00:00:33: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Der Rede Wert.

00:00:38: Ich bin Sandro Kühn und ich befinde mich heute im Gerhard Hauptmann Theater hier in Görditz.

00:00:43: Und freue mich auf meinen heutigen Gesprächspartner, er ist der Intendant des Hauses sowie das Standortes in Zittau und sorgt aktuell mit einer provokanten Aktion zur Finanzierung der Häuser für Aufsehen denn die Namensrechte des Theaters sollen im Rahmen eines Sponsorings freigegeben werden.

00:01:01: Darüber werden wir jetzt unter anderem reden Daniel Morgenroth.

00:01:09: Herzlich willkommen!

00:01:10: Hallo, guten Tag!

00:01:12: Ja also die Berichterstattung aktuell... Da muss man doch sagen hat das Theater ganz gut geschafft sich die Zeitungen zu erobern auch überregional.

00:01:21: Berichterstattung auf Deutschlandfunk?

00:01:23: Das geht ja wirklich querbeet.

00:01:25: Ja also da sind wir auch ganz froh drüber dass diese Aktion so wahrgenommen wird weil also auch sie sagen es richtig in nationalen Medien also im Deutschlandfunkt der berliner Zeitung in der Welt und im norddeutschen Rundfunk sogar.

00:01:37: Und das ist sehr schön, wenn es über sich hinausragt, weil das ja ein wichtiges Thema ist und wir haben da ja glaube ich eine sehr innovative Idee vorgebracht und dann ist es schön, dass die auch wahrgenommen wird.

00:01:49: Also da werden wir auf jeden Fall gleich auch nochmal thematisch noch ein bisschen tiefer einsteigen.

00:01:53: zuvor wollte vielleicht mal so ein bisschen chronologisch nochmal einen Schritt zurückgehen beziehungsweise drei Jahre zurückspringen.

00:02:00: Das war ja Da ging es ja los mit ihrer Intendanz hier am Haus.

00:02:06: Wenn ich mich richtig erinnere, auch eine topolente Zeit oder?

00:02:08: Das war ja direkt mit Corona das waren ja schon ... Also war ja ne richtige Feuertaufe kann man sagen.

00:02:14: also wie kann man sich das vorstellen?

00:02:16: Wie war das am Anfang?

00:02:18: als ein Stieg?

00:02:19: Ja, also das war tatsächlich turbulent.

00:02:21: Also gewählt wurde hier schon im Jahr zwei Tausend zwanzig und normalerweise hat man für so eine Intendanz eine relativ lange Vorbereitungszeit.

00:02:28: Also um die zwei Jahre, eineinhalb, zwei Jahre sollte man dafür rechnen damit man sich das Haus anschauen kann, das Ensemble kennenlernen.

00:02:35: Und dann muss man da als Intendant auch entscheiden... Man hat da so eine Art Sonderkündigungsrecht für das künstlerische Personal.

00:02:41: Also man kann quasi irgendwie Sänger Schauspielerin-Tänzer austauschen Und deshalb will man die eigentlich erst mal kennenlernen.

00:02:48: Das war bei mir alles nicht so, weil das war sehr knapp und es war Corona,

00:02:52: d.h.,

00:02:53: ich hab damals ... Ich konnte gar keine Vorstellung sehen.

00:02:57: Also, ich konnte überhaupt niemanden hier kennenlern.

00:03:01: Dann habe ich auch damals gesagt, gut, auf Verdacht, ich gehe davon aus, wir haben nur Spitzenkräfte, wir behalten alle.

00:03:07: Und legen zusammen los was ich schön finde diesen Ensemble-Gedanken und diesen Continuitetsgedanken zu haben.

00:03:13: Aber es waren natürlich schon kompliziert, weil ein Haus kennenzulernen eine Region kennen zu lernen lebt ja gerade davon auch dass man wirklich physisch im Austausch ist das man sich gegenüber sitzt oder dass man auch zusammen ein Bier trinkt.

00:03:27: und dann war da alles mit Maske und Abstand.

00:03:30: Das war eine ganz komische Zeit also ein seltsamer Start in dieser Corona-Zeit in die Intendanz her.

00:03:36: Und dann ging es ja eigentlich auch gleich ins nächste... Trämen oder dann kam doch eigentlich schon relativ zeitnah das Thema, also November.

00:03:44: zwundzwanzig war das mit dem Wasserschaden.

00:03:47: Ja also vorher noch als andere Katastrophe hat uns ja immer die Finanzierung begleitet.

00:03:52: auch noch vor dem Wasserschaden also einundzwantig war es auch ganz akut standen wir ja auch mal stand tatsächlich einmal die Frage einer Insolvenz im Raum und das war ganz akutt.

00:04:02: können sie auch Nachschauen, dass die Wirtschaftsprüfer das Prüfziegel unter dem Jahresabschluss verweigert haben.

00:04:08: Weil der Bestand nicht gesichert war.

00:04:10: also das war sehr akut.

00:04:11: Das ist uns dann gemeinsam mit den Kollegen vom Landesverband gelungen, dass das Land in die Bresche gesprungen ist und mehr Geld gezahlt hat.

00:04:18: Also erst mal das Haus und andere Häusern übrigens auch über diesen Kulturpack zwei gerettet wurden.

00:04:24: Also da war diese enorme ... Es fing an mit Corona, dann ging die Finanzierungskrise latent weiter.

00:04:29: Die ja immer noch läuft.

00:04:30: und dann kamen zweiundzwanzig dieser katastrophale Wasserschaden.

00:04:33: Ja?

00:04:34: Das war im November.

00:04:36: Und das war tatsächlich bei einer Musicalprobe für den Prinz von Preußen.

00:04:39: Für unser Musical während der Beleuchtungsprobe gingen diese Anlage auf einmal los.

00:04:45: Und es war kein Feuer, es war keinen Rauch.

00:04:47: Das wissen wir alles.

00:04:48: Es war eine Feelauslösung hat aber knapp zwanzigtausend Liter Wasser auf die Bühne ergostet.

00:04:54: Das muss man sich wirklich vorstellen, ich sage immer wieder es ist eine Sprühflutanlage das ist nicht ein bisschen springkler sondern da kommen Gewalten an Wasser runter und sie haben enorm viel zerstört also praktisch die ganze Technik die auf der Bühnen hing und wir haben ja ne fast hundert Jahre alte Hubpodienanlage unter der Büne eine vollhydraulische die da Schaden genommen hat als es war ganz ganz viel.

00:05:17: und das war wirklich auch für mich in sehr schwieriger Moment Und für alle Kolleginnen und Kollegen, weil hier an diesem Haus... ...und das ist eine der tollen Sachen so viel Herzblut hängt.

00:05:27: Seien es die Kollegen von der Bühnentechnik von den Werkstätten,... ...die hier wirklich viel mehr geben als... ...als das einfach nur ein Job machen würde?

00:05:36: Seien's die Kollegen auf der Büne...?

00:05:38: Die künstlerisch hier teils ihr ganzes Leben verbracht haben und wirklich an diesem Hause hängen?

00:05:43: Ich erinnere mich sehr gut an die Vollversammlung, die wir da hatten kurz nach dem Schaden.

00:05:49: Da sind die... Emotionen auch wirklich sehr hoch gekocht und da habe ich auch in weinende Gesichter geblickt.

00:05:55: Da war ich selber sehr angefasst, muss ich sagen aber natürlich klar.

00:05:59: also... Man versprüht der Optimismus man motiviert wollte ich natürlich auch und es hat ja auch geklappt.

00:06:06: Also sozusagen ne wir packen an!

00:06:08: Dieses Haus hat zwei Weltkriege überstanden und es wird auch diesen Wasserschaden überstehen tatsächlich dann auch so gekommen.

00:06:17: Sie unterbrechen mich, wenn ich zu lang rede?

00:06:19: Sie müssen immer untersprechen ...

00:06:20: Alles gut.

00:06:21: Ich höre gar nicht zu!

00:06:23: Aber das ist ja auch spannend, ne?

00:06:24: Wenn man in so eine Situation da reinrutscht, kann man ja nirgends wohl lernen oder die Leute zusammenzuhalten und dass das Team was man dann erschwert überhaupt erst kennenlernen konnte.

00:06:35: über Corona also das stelle ich mir schon heikel vor und die Finanzierung sie haben es ja angesprochen war ja von vornherein schon ein Thema und das ist mir irgendwie aufgefallen, haben, also sowohl die Intendanz des Theaters inne als auch Geschäftsführung.

00:06:51: Also wenn ich da richtig informiert bin war das denn schon immer so.

00:06:53: oder ist es dann mit dem Jahr zwutausend einundzwanzig eingeführt worden?

00:06:58: Genau

00:06:58: das ist da geändert worden.

00:06:59: vorher gab's tatsächlich zwei Positionen, also den Intendanten als künstlerischen Geschäftsführer und einen Kaufmännischen-Geschäftsführer.

00:07:05: diese Position ist dann weggekürzt worden wurde dann vereint quasi mit der Position des Intendannten wo Am Anfang auch dachte, super, kann dir keiner reinreden.

00:07:17: Was auch irgendwie stimmt.

00:07:18: aber auf der anderen Seite ist es natürlich auch einfach doppelte Arbeit und

00:07:22: Belastung.

00:07:22: dann letztendlich man das ist ja auch so eine Frage die vielleicht daraus resultiert oder die ich mir ein bisschen gestellt habe.

00:07:29: Vielleicht ist das ja auch das Resultat vielleicht auch die Spielzeit letztendig.

00:07:32: dass sich das sogar ein Stück weit künstlerisch auswirkt, dass man diese Doppelfunktion hat

00:07:38: Ja, weiß ich nicht.

00:07:39: Also generell finde ich es total sinnvoll wenn egal wer künstlerisch arbeitet auch ein ökonomisches Auge auf die Dinge hat oder ein praktisches Aue weil ich find das ist schon gerade so eine Leitungsfunktion im Theater sehr sinnvoll Wenn man beide Hüte aufhaben kann und auch versteht worum es geht und versteht wie eine Bilanz zu lesen ist oder warum ökonomisch irgendwas notwendig ist.

00:08:00: gleichwohl Ich glaube den Job den ich hier mache.

00:08:05: Das ist ja die Intendanz, die Operndirektion und die kaufmännische Geschäftsführung – das ist eigentlich zu viel für eine Person!

00:08:11: Das heißt es funktioniert nur über ein hervorragendes Team, dass davon Aufgaben wahrnimmt.

00:08:16: Wir haben einen großartigen Verwaltungsdirektor mit Philipp Bohrmann der wahnsinnig viele administrativ- und ökonomische Aufgaben übernimmt.

00:08:22: wir haben den tollen Musikdramaturgen mit André Meyer, der in der Opernderektion ganz viel arbeitet und wir haben einen tollen Chefdramaturgen.

00:08:29: also wir haben ganz viel weitere tolle Leute in der Dramaturgie, in der Schauspieldirektion und so weiter.

00:08:34: Also das will ich nur sagen Theater ist Teamsport.

00:08:39: also das hat immer die Tendenz dass eine Person vorne dran steht da steht dann weiß nicht eine Diva vorne und kriegt den Applaus oder ein Regisseur oder einen Intendant.

00:08:47: aber es sind so viele Hände die hinter dem Kulissen an dem Erfolg einer Inszenierung mitwirken auch an dem generellen Erfolg eines Hauses.

00:08:54: Das muss man immer wieder sagen Theater is Team Sport.

00:08:58: Das ist vielleicht dann auch das, wo viele dann vielleicht das in der Gänze gar nicht immer so wahrnehmen.

00:09:04: Also wenn man sich das Programmheft natürlich anguckt und am Ende auch mal sieht wer die ganzen Beteiligten sind, dann sieht man das ja auch sehr offensichtlich.

00:09:13: aber das ist vielleicht auch manchmal in der Politik weiß ich nicht aber dass es doch auch deshalb auch unterschätzt wird manchmal was finanziellen Dingen braucht.

00:09:23: Genau, und wir sind also... Wir sind ja ein Haus mit vier Sparten- und zwei Standorten und wir haben zweihundertsechzig fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit und Vollzeit jeweils.

00:09:34: aber so viele Personen arbeiten hier.

00:09:36: das ist eine ganze Menge und das ist auch der Grund warum natürlich Personalkosten so enorm hoch sind.

00:09:41: klar dass es der größte Teil unseren Budget und deshalb macht uns das auch zu schaffen, weil vor... Auch das ist noch eine Sache die die Finanzlage verschärft hat.

00:09:50: Die war ohnehin nicht gut für das Haus.

00:09:52: und dann haben sie vielleicht gesehen ...die Gewerkschaften, die Künstler gewerkschaffen.

00:09:56: insbesondere die Gewerksamkeit der Bühnenangehörigen

00:09:59: hat

00:09:59: einen unglaublich tollen Tarifvertrag, einen Riesentarifaufwuchs verhandelt.

00:10:02: in den letzten Jahren also die Gagen der Buhnenkünstler betrifft eben Tänzer Sänger Schauspielerin sind enorm gestiegen.

00:10:11: Also wir hatten, als ich hier noch angefangen habe, galt noch die Mindestgage von zweitausend Euro.

00:10:16: mittlerweile ist die Mindestsgarage bei knapp dreitausends Euro also das sind wirklich Steigerum knapp fünfzig Prozent.

00:10:24: Erst mal auffangen müssen wir dieses Haus das muss man auch dazu sagen ums überhaupt zu retten.

00:10:28: durch die.

00:10:29: Ökonomisch schweren vergangenen Zeiten war ja jahrzehntelang in einem Haustarifvertrag also da haben die Kolleginnen und Kollegen auf bis zu zwanzig Prozent Lohn überhaupt verzichtet, dann waren wir eigentlich sehr froh dass wir über den Kulturpakt.

00:10:41: Überhaupt wieder nach Tarif zahlen konnten diese zweitausend Euro Mindestgarde zahlen konnte und dann kommt auf einmal dieser Erhöhung auf knapp drei tausend euro.

00:10:49: Und das ist für viele Kollegen in den Metropolen oder an einem großen Staatstheater.

00:10:54: Ist es so eine Randnotiz, weil die ohnehin schon bei diesen Gagen waren?

00:10:56: Das ist so ja gut jetzt ... Also ich hab mit dem Kollegen von einem Staatsthäater gesprochen ausm Besten und der sagte ja also Entschuldigung unter drei kommt doch bei mir eh keine unserer Metropole Region.

00:11:09: Für denen war das völlig irrelevant.

00:11:11: Für uns war das Existenzgefährden diese Tariferhöhung, die gleichwohl sehr verdient ist dass sie mehr bekommen aber Es muss eben auch bezahlt werden.

00:11:20: Da kam sicherlich vieles zusammen, bis hin zu dem was jetzt hier sich auf der Bühne dann mit den Wasserschaden gezeigt hat.

00:11:27: wie sieht denn da eigentlich der Fahrplan aus?

00:11:31: Jetzt ich glaube es wird da auch auf Fördermittel gewartet zum einen oder auf ein positiven Fördernittel Bescheid und zum anderen ist das ja auch zum Teil Versicherungsschaden.

00:11:42: Da habe ich mich auch so ein bisschen gefragt dass ist ja wahrscheinlich gar nicht so einfach Das auseinanderzuhalten, ne?

00:11:47: Nee ist es und sie sprach ja vorhin von Herausforderungen ins kalte Wasser geworfen zu werden.

00:11:52: Das war also insbesondere für den Verwaltungsdirektor mich auch eine wahnsinnige Lernkurve auf einmal so einen Wasserschaden zu begleiten.

00:11:59: Und dann haben Sie da natürlich auf einmal Gutachter über Gutachte und müssen sich mit Dingen beschäftigen, von denen sie überhaupt eigentlich erstmal keine Ahnung haben muss ich da reinarbeiten.

00:12:11: das ist auch sehr schwierig weil natürlich geht's bei so einer Versicherung um enorme Summen.

00:12:15: Und dann war da ein bisschen der Knackpunkt mit der Versicherung, also was ist versichert?

00:12:20: Versichert ist natürlich dieser Wasserschaden hier und als reines Beispiel vollkommen klar, dass alle Steckdosen die nass geworden sind auf der Bühne müssen getauscht werden!

00:12:29: Dann sagt die Elektrofachfirma, die Kabel sind zu alt.

00:12:32: Da müssten wir auch das Kabel tauschen.

00:12:34: und wenn wir das Kabeler betauschen dann müssen wir gleichsam auch den Schaltschrank tausen.

00:12:38: so zieht sich das fort.

00:12:39: So ein Rattenschwanz.

00:12:40: dann ergibt bis hinzu wahrscheinlich dann auch Brandschutzthemen irgendwelche Durchführungen, Schottung usw.

00:12:45: Genau.

00:12:47: Also unser Haus ist ja eine alte Dame, es ist hundertseptzig Jahre alt und da ist natürlich ganz viel über die letzten hundertsiebzig Jahre gewachsen an Infrastruktur an Dingen, die auch nicht mehr zeitgemäß sind, die so Bestandschutz wie man Lappi Dasek immer heute haben... Und da werden dann die Grenzen eben sehr fließend.

00:13:03: Da kann man nicht mehr genau abgrenzen, dass der Schaden das zahlen wird und dann wird es sehr fließen.

00:13:09: Das waren ganz schöne Prozesse auch viel Arbeit gekostet hat und wir konnten uns zum Schluss mit der Versicherung einigen, die uns eine Gesamtabfindung gezahlt haben, die wir verwenden werden für die Baumaßnahmen am großen Haus weil... Es muss ein kleines bisschen zurückspringen.

00:13:28: Also seit über zehn Jahren wird hier schon geplant eigentlich eine Sanierung auch für das Haus im Bereich der Bühne, also gerade Bühnentechnik und Feuersicherheit.

00:13:38: da muss Modernisierung her.

00:13:40: Und das ist jetzt natürlich der letzte Anstoß zu sagen, okay es hat keinen Sinn jetzt irgendwie nach dem Wasserschaden Flickwerk zu machen und irgendwie ein bisschen zu reparieren.

00:13:48: Sondern jetzt macht man bitte alles so wie es eigentlich seit langem notwendig ist richtig und nutzt dieses Momentum und dann hat man auch wieder einige jahrzehnte Ruhe.

00:13:56: also Das ist der Punkt an den wir gerade sind.

00:13:58: Es kommt jetzt die Sanierung des Wasserschadens und noch eine weitere Sanierung dazu die ohnehin anstand und dafür beantragen wir jetzt die Mittel.

00:14:08: Und auch das sind Sachen, die ich hier lernen musste.

00:14:10: in meinem Enthusiasmus dachte ich, das kriegen wir ganz schnell!

00:14:12: Das machen wir alles.

00:14:13: aber bürokratische Mühlen und Mittelmühlen malen langsam.

00:14:18: Das dauert einfach alles wirklich seine Zeit und da müssen viele Stempel abgegeben werden und dann müssen viele Ausschreibungen erfolgen und es muss alles juristisch, wasserdicht- und regelkonform... lerne ich gerade einfach Geduld.

00:14:31: Ich bin sehr sicher, wir kriegen das alles gestemmt.

00:14:34: Das wird toll werden aber es dauert noch etwas bis wir.

00:14:38: also wir arbeiten mit viel Hochdruck dran aber es wird noch etwas dauern.

00:14:41: Aber der Antrag ist schon eingereicht oder ist er jetzt auch in der Bearbeitung?

00:14:45: Der ist grade fertig und das ist wirklich sehr umfangreich.

00:14:49: Es sind glaube ich zwei Dienervierorten am Ende.

00:14:51: Also es ist wirklich dran hängt, das sind nicht nur drei Seiten Papier und insofern... Das ist im Prozess.

00:14:59: Das läuft!

00:15:00: Ich hoffe doch dass wir in ein paar Monaten in einem halben Jahr schon sagen können wunderbar es alles auf der Spur Wir sind in der Planung und dann geht's los.

00:15:08: Im Moment sind wir auch gerade erst noch dabei die... ...das Vergabeverfahren einzuleiten für den Güterbahnhof den wir ja ausbauen wollen.

00:15:15: zur Ausweichspielstätte denn wenn wir hier renovieren können wir hier nichts spielen.

00:15:18: das heißt wir brauchen einen Ausweicherort insbesondere fürs Musiktheater sehr schwer zu finden.

00:15:23: Sie finden fast überall mal eine Bühne, wo sie was drauf machen können.

00:15:26: Aber für Musiktheaters brauchen die immer den doppelten Platz.

00:15:29: Die brauchen Bühnen und Orchester.

00:15:31: Das heißt ... da ist es gar nicht so leicht.

00:15:33: Da sind wir froh, dass wir gemeinsam mit der Freien Waldorfschule dieses Projekt einleiten wollen.

00:15:38: Wir wollen diesen Bahnhof ertüchtigen.

00:15:40: Was man auch von dem Stück Malfi schon kennt?

00:15:43: Genau!

00:15:44: Das ist ja quasi dann die Ausweichspielstätte.

00:15:47: Das heisst ... Dass dieser Güterbahnhof dann auch langfristig als Proberaun zum Beispiel genutzt werden kann, oder geht da ganz andere Wege?

00:15:57: Also das ist sehr charmante dran.

00:15:59: Wir hatten irgendwann mal vor Jahren Kontakt zur Waldorfschule eben aufgenommen im theaterpädagogischen Bereich.

00:16:05: wir waren einmal dort haben guten Tag gesagt wir versuchen bei allen möglichen Institutionen so anzudocken und dann kam mir zufällig diese Halle.

00:16:12: also Herr Ackermann hat uns die Halle gezeigt ... die er hatte und die er gerne entwickeln wollte.

00:16:17: Und dann kam der Gedanke, dass wir dort das immersive Theater machen.

00:16:20: Das war tatsächlich vor dem Wasserschaden schon klar... ...dass wir da das Immersive machen.

00:16:25: Dann kam irgendwann die Idee, Mensch, das könnte man doch nutzen als eben Proben.

00:16:29: Also erst als Ausweichspielstätte wollen wir die gesamte Halle nutzen.

00:16:34: Die ist knapp hundert Meter lang und zwanzig Meter breit.

00:16:37: D.h.,

00:16:37: da kriegen wir wunderbar Bühne, Orchester und Tribüne für vierende Zuschauer rein.

00:16:41: Das wird ganz wunderbar!

00:16:43: Wir denken das Ganze und planen aber schon so, dass wenn die Auswahlspielstätte vorbei ist.

00:16:49: Wenn wir wieder im großen Haus sind... Dann werden wir diese Halle teilen und den einen Teil zum Mehrzweckhalle machen, den anderen Teil zum Probenzentrum machen.

00:16:58: Dann würden wir da wirklich ein Orchesterprobenraum haben mit einer ordentlichen Lufthöhe und einem szenischen Probenraum Mit eine Höhe für Kulissen wo man auch eine gute Anliefer-Situation hat und so weiter.

00:17:08: also das Schöne ist dass das keine Mittel sind wie ich sage jetzt mal für ein Zelt wo man irgendwie zwei Jahre spielt dann ist es zählt weg und ganz viel Energie und Geld ist verpufft sondern Man investiert hier in was, was auf Jahrzehnte hinaus die Situation für die Waldorfschule verbessert.

00:17:22: Für das Theater verbessert und für die Stadt auch diese Architektonische Achse Brautwiesenpark bis Bahnhof eigentlich fertig entwickelt.

00:17:28: Deshalb

00:17:29: eine nachhaltige Lösung kann man sagen Und dass ist ja gerade in so einer Stadt wie Görlitz bietet sich das ja auch an.

00:17:35: also wir haben eben diese Freiräume.

00:17:37: Das wäre dann ja auch schade wenn man das nicht nutzt.

00:17:39: ich glaube in Zittau gab es damals dieses zell wo man das dann zeitweilig dann aber auch mit akustischen Eingeständnissen und sowas für den Umbau in der Art und Weise realisiert hat.

00:17:49: Genau, da haben wir auch draus gelernt.

00:17:50: also das war ja vor meiner Zeit aber da gab es keine andere Möglichkeit als Zelt, aber Zelt hat wirklich viele Probleme.

00:17:56: Es hat immer gezogen, es war immer kalt, es ist akustisch fürchterlich und gerade wenn's noch regnet können sie eigentlich gar nichts spielen darin.

00:18:02: Also zelt hat viele viele Nachteile und ist vor allem wenn man's mietet einfach sehr sehr teuer, man braucht sehr viel Infrastruktur dazu, man Heizung.

00:18:14: Als das Haus nass war und wir in Windeseile da auch noch mal ein riesiges Kompliment an die Kollegen von der Technik, die das Weihnachtskonzert quasi innerhalb einer Woche ins Kaufhaus gesteckt haben... Stimmt!

00:18:25: Das Kaufhaus war ja dann auch in Terremslösungen geworden?

00:18:29: Da haben wir gespielt und da standen zwei Heizaggregate von der Größe eines VW Golf jeweils hinten im Hof und haben geblockert.

00:18:38: Und da haben wir, ich weiß nicht, pro Spielabend, tausend Liter Diesel durchgehauen oder so?

00:18:43: Das ist natürlich weder ökologisch noch finanziell auf Dauer vertreten bei uns.

00:18:47: So ähnlich verhält sich es aber mit einem Zelt.

00:18:49: ja also man blästerbuchstäblich Geld zum Schornstein hinaus und das wollten wir vermeiden.

00:18:53: Da gab's jetzt die Möglichkeit eine bessere Lösung zu finden.

00:18:56: Ich kann mir das gut vorstellen, aber es dauert noch ein bisschen bis es soweit ist.

00:18:59: Genau

00:18:59: da sind wir schon einen Schritt weiter.

00:19:01: also da läuft jetzt bald dieses Vergabeverfahren an wo eben die einzelnen Planungsstufen und so weiter vergeben.

00:19:06: Das ist ja auch alles reguliert.

00:19:08: Ja also dann hoffe ich doch als.

00:19:10: wir haben drei große Bauprojekte.

00:19:11: das erste was das schon am weitesten getrunken ist ist Die Waldbühne in Jonsdorf.

00:19:16: Da sind die Mittel bewilligt Und da sind Wir Jetzt Schon.

00:19:18: In der Feinplanung hatte ich letzte Woche eine Sitzung dazu.

00:19:21: Also Da wird ab September, Oktober nächsten Jahres gebaut werden hoffentlich.

00:19:26: Wenn alle Genehmigungen dann da sind.

00:19:27: aber das sind wir mal optimistisch und als nächstes wird dann hoffentlich irgendwann im nächsten Jahr der Bahnhof beginnen dass wir dann in zwei Jahren zweieinhalb jahren dort raufziehen können mit dem gesamten Theater und dann idealerweise hier beginnen mit den Bau.

00:19:43: Aber ich sag's, also ... Ich hab's auch schon den Kollegen gesagt in der Vollversammlung.

00:19:48: Es tut mir sehr leid aber wir müssen die nächsten Jahre bauen, bauen, es hilft alles nichts!

00:19:52: Da müssen wir durch und das schaffen wir zusammen.

00:19:54: Das bedeutet wieder viel Improvisationen, das bedeutet viel Enthusiasmus.

00:19:59: Und immer mal wieder Abstriche zu machen an Bequemlichkeit, an Komfort am Ähnlichem.

00:20:03: Aber jetzt müssen wir das regeln.

00:20:05: Ja, ist ja auch gut dass es aktuell funktioniert.

00:20:08: Also das ist auch hier im Haus Wir sind ja quasi hier im Standort in Görlitz, dass die Hauptbühne benutzbar ist.

00:20:15: Wahrscheinlich dann auch mit einigen Einschränkungen und was die Bühnentechnik betrifft.

00:20:20: aber das hat sich ja so ein bisschen eingegroft.

00:20:23: Das ist zumindest jetzt als Zuschauer nicht so sehr wahrnehmbar, würde ich behaupten?

00:20:29: Ja!

00:20:30: Und es ist schön... Nach dem Schaden, wie gesagt wir haben ja im Kaufhaus gespielt.

00:20:35: Wir waren in der Gedenkstätte Starlack VIII.

00:20:37: Wir hatten dieses tolle Tanzstück Jawoll im Kulturforum Synagoge und unser Publikum ist auch wirklich mit gekommen und ich muss dazu sagen... Ganz viel dieser Stücke sind so viel stärker geworden, als sie es auf der Bühne hätten sein können.

00:20:50: Also dieses Tanzstück über Faschismus in der ehemaligen Synagoge zu haben war einfach ... Der Raum hat noch mal so viel Stärke gegeben.

00:20:56: Genau wie die Gedenkstätte Starlark Acht, dieser Simplicius-Kammeroper, einfach noch einen ganz anderen Drive gegeben hat.

00:21:02: also da ist wirklich das war eine sehr reiche Spielzeit.

00:21:04: Das haben wir auch ins Rückmeldung gekriegt vom Publikum.

00:21:06: aber Und es war auch klar eben, dass wir nicht auf Dauer hier so durch die Stadt ziehen können.

00:21:11: Weil das sind ... Man sieht's auch das als Publikum nicht, aber das ist enorm viel Arbeit für die Technik jedes Mal diese Infrastruktur aufzustellen.

00:21:18: Dann sind allein schon Sachen wie ... Wir haben Konzerte in der Kreuzkirche gespielt.

00:21:22: Die haben uns wunderbar unterstützt, aber natürlich ... brauchte es da Toiletten.

00:21:25: Das heißt, dann haben wir so mobile Toilette draußen aufgestellt und soweit das ist so viel was daran hängt an Genehmigung, an Brandschutz, also das ist nicht einfach dass es auf Dauer nicht durchzuhalten.

00:21:34: Es ging eine Spielzeit hat die Kollegen ganz hervorragend gemacht und dann war klar wir brauchen wieder einen mehr oder weniger festen Ort mit allen Einschränkungen und das konnte eigentlich nur die große Bühne sein.

00:21:45: und so ist jetzt der Stand.

00:21:46: die Bühnen ist trocken Die Podienanlage zum Beispiel immer noch nicht benutzbar.

00:21:51: Wir haben einige Züge ertüchtigt.

00:21:53: von über fünfzig Zügen gehen.

00:21:55: jetzt glaube ich dreizehn wieder, also aber noch lange nicht alle.

00:21:58: Wir müssen Brandlast auf der Bühne immer noch minimieren das heißt so wenig Stoffe wie möglich.

00:22:02: wir haben da keine Seitengassen mehr die sind jetzt fest aus Gipskarton gebaut der eben nicht brennbar ist.

00:22:08: es darf keine Pyrotechnik kein Nebel und soweit.

00:22:11: Es sind ganz viele Einschränkungen nur LED Scheinwerfer usw.

00:22:15: Wir sind da alle erstmal wahnsinnig glücklich, weil wir überhaupt wieder auf der großen Bühne spielen können seit letzter Spielzeit.

00:22:20: Und das ist sehr viel wert, weil es sehr viele Dinge vereinfacht und die Bühnenbildnerinnen und Bühnbildner, muss ich sagen, sind sehr kreativ bisher mit den Einschränkungen umgegangen.

00:22:30: Deshalb fand ich auch, dass zum Beispiel jetzt beim Saul hatten wir ja eine große, große Oper oder beim Holländer also wenn man nicht wüsste, dass hier dieser Wasserschaden war und diese Tausend Einschrankungen bestehen würde man es, glaube ich auch als Zuschauer nicht merken.

00:22:44: und das ist die Kunst.

00:22:45: Also wir dürfen uns nicht zu sehr dran gewöhnen weil es muss wirklich gemacht werden aber...

00:22:50: Aber das war oder ist vielleicht auch noch so eine Frage die ich hatte was mein auch eben aus diesen ganzen Herausforderungen mit diesen Einschränkungen die man auch hatte also dass man doch ja kreativ natürlich damit umgegangen ist aber zum anderen ja auch jetzt daraus jetzt so ne umfassende Sanierungsmaßnahme resultiert ist ja vielleicht auch am Ende dann doch wieder etwas Gutes in dem Ganzen.

00:23:11: Würden Sie wahrscheinlich auch so sagen...

00:23:13: ...jede Krise eine Chance ist schon richtig.

00:23:14: Dass

00:23:15: daraus jetzt doch irgendwie was tolles wieder entsteht.

00:23:18: und ja gut, der Zuschauer-Raum war ja glaube ich um die zweitausender Jahre schon mal gemacht worden.

00:23:23: Deswegen auch an dieser Stelle das Publikum sieht es eigentlich gar nicht so richtig.

00:23:28: Es ist eigentlich mehr hinter der Bühne bzw hat mit technischen Dingen hier im Haupthaus zu tun.

00:23:33: Ich würde sagen, wie gesagt als Besucher ist man da schon eigentlich in einer ganz komfortablen Lage.

00:23:39: bis hin zu diesen Ausweichspielstätten die ja auch interessant waren muss man ja auch sagen.

00:23:44: Vielleicht kommen wir jetzt mal zur Spielzeit das habe ich ja schon angedeutet ist ja aktuell auch ein großes Thema.

00:23:53: ich hab das Programm heft da liegt es gerade nochmal mit den goldenen eingravierten Lettern mir auch angeguckt.

00:24:00: Ziemlich am Anfang steht auch schönes Zitat, alle wollen, wollen, immer mehr, mehr, kriegen den Hals nicht voll.

00:24:09: das bedauere ich sehr.

00:24:11: Also war das Lied gar nicht so präsent aber lasse ich es von Yandelay ein... Haben Sie's mal gehört?

00:24:17: Ich habe es mir dann angehört nachdem ich das gelesen

00:24:19: hatte.

00:24:19: Ein cooles Album und cooler Song Earth Wind Fire.

00:24:21: Ja

00:24:22: hat Spaß gemacht tatsächlich!

00:24:24: Und fand ich witzig auch dass das ganz am Anfang hier auftaucht.

00:24:28: dann gleich auf der anderen Seite das Vorwort von Ihnen.

00:24:31: Und wenn man eine Seite weiter plädtert, ist man aber auch schon eben bei dem ganzen Thema Sponsoringen.

00:24:38: Was erst mal ... Ich meine, das Programmheft seit wann ist es draußen?

00:24:41: Dass man jetzt gar nicht so wahrgenommen worden ist oder nicht so berichtet worden ist wie man die Turbulenzen sieht.

00:24:48: Na ich glaube, seit Mai haben wir das Programm Heft draußen und vorgestellt Und Sie haben recht, wir haben hier schon eine ganze Menge.

00:24:57: Also im Leitungsteam haben wir natürlich ganz viel diskutiert über das Thema Kapital.

00:25:03: wie kann man das überhaupt verstehen?

00:25:05: Im Sinne von Geld, im Sinne von humanen Kapital, im Sinn von wissend kultureller Bildung was ist unser Kapital?

00:25:11: aber natürlich auch immer ganz konkret in dem Sinne von wo ist das Geld und wo fehlt das Geld?

00:25:17: Und haben dann immer wieder versucht okay wir wollen damit umgehen künstlerisch Ökonomisch.

00:25:23: Wie

00:25:23: kam es mal nicht ganz kurz?

00:25:25: Und da brechen darf.

00:25:26: erst einmal so grundsätzlich dazu, zu dem Thema ... ... war das eben durch die Situation, dass das was ich wohin so ein bisschen meinte.

00:25:35: Vielleicht weil man diese ganzen Zwänge hat und permanent sich auch in der Geschäftsführung dann mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen muss... ...dann jetzt dieses Thema bauen, was ja auch immer mit viel viel Geld, eben ich glaube, vierzig Millionen oder so für das Haupthaus... Wahrscheinlich

00:25:48: sogar ein bisschen mehr?

00:25:48: Oder sogar

00:25:49: noch mehr, je nachdem wie lange es noch braucht ist steigt er dann wahrscheinlich auch so permanent noch mit.

00:25:53: War das vielleicht auch ein Grund, dass sich das Thema dann herausgestellt hat?

00:25:59: Ja und nein, also wir haben ja seit, seit ich hier angefangen habe war ja mein Wunsch dass wir diese jede Spielzeit unter ein einheitliches Motto stellen.

00:26:06: Und da war auch der Grund das wir sagen wir wollen erstens die beiden Häuser beiden Standorte enger zusammenbringen und zusammendenken aber eben auch alle sparten.

00:26:13: das heißt die Spielpläne entstehen wirklich am runden Tisch mit allen Spartenleitern mit der Dramaturgie meistens Marketing Verwaltung auch noch mit dabei wirklich und es wird diskutiert und jeder kann gegenseitig auch vorschlagen wir versuchen immer eine Spielzeit zu erstellen, die so reichhaltig wie möglich ist.

00:26:27: Die aber eben weil es ein einheitliches Motto gibt so einem Thema folgt das klappt nicht immer hundert Prozent für jede Produktion.

00:26:34: aber so grundsätzlich ist die Idee schon dass ich Als Zuschauerinnen und Zuschauer ich gehe ins Konzert oder in die Oper oder im Tanz und Schauspiel.

00:26:41: Und dann, weil es alles in einem Grobthema steht beginnen sich so Ligaturen zu bilden oder Reibungen und die Spielzeit wird eben reichhaltiger.

00:26:49: So das ist die Idee und diese Spielzeit Motty legen wir auch gemeinsam im Diskurs fest.

00:26:54: da werden dann eben Vorschläge gemacht.

00:26:56: Die ersten drei Spielzeiten habe ich so vorgegeben.

00:26:59: Das war so der Anfang und mittlerweile ist das wirklich offen in der Diskussion.

00:27:03: Also wir haben jetzt schon das Spielzeit-Moto XXVI, XXVII natürlich festgelegt damit die Leute das im Kopf haben können einfach mal ein, zwei Jahre damit schwanger gehen.

00:27:11: Und dann findet man ja auch neue Stoffe, neue Musik, neue Texte, die da interessant sein könnten, damit man eben nicht von jetzt auf gleich irgendwie liefern muss für den Spielplan sondern sich da Gedanken macht.

00:27:21: und so stand eben aus seit zwei Jahren schon dass die Spielzeit kapitalfest

00:27:26: war.

00:27:26: War ja auch immer schon ein Thema gewesen, weil Anfang an von daher ist es ja irgendwie liegst du ja fast auf der Hand.

00:27:31: Genau.

00:27:32: aber ich würde sogar sagen selbst wenn unser Haus top finanziert wäre wäre Kapital für mich ein Thema.

00:27:37: Also die ökonomische Logik, dass alles in Wert hat und alles tauschbar sein muss ist so massiv in der Gesellschaft eingesunken in alle Bereiche eigentlich fast alle Bereichen sind voll von einer ökonymischen Tauschlogik das ich es total berechtigt finde darüber nachzudenken was ist Geld?

00:27:55: Und was ist Kapital?

00:27:56: also ich kann auch Beispielen... mir fällt gerade ein Beispiel vielleicht kurz Ja Ich habe ja sechs Jahre an der Uni Würzburg unterrichtet Und da kamen teilweise Studenten zu mir und haben gefragt, wieviel ECTS-Punkte gibt's denn für den Kurs?

00:28:11: Dann sagt man halt kann vier oder so.

00:28:13: Und dann sagen die einem, nee, dann geh ich dahin, da krieg ich sechs!

00:28:16: Ah ja, stimmt das ist diese Masterbewertung.

00:28:18: Bachelormaster genau,

00:28:19: alles mit diesem... Genau,

00:28:20: dieses European Credit Transfer System wo man eben Punkte bekommt und auch das hat damit Also so eine Wertigkeit nicht mehr das Interesse an einem Seminar, einem Fach und einer Fragestellung sondern es geht darum Punkte zu bekommen.

00:28:32: Und wenn ich genug Punkte gesammelt habe gibt mir hundertachtzig ECTS-Punkte dann bekommst du einen Bachelor.

00:28:37: Es ist immer diese Wertigkeit tauschlogik und nicht die Freude daran was zu lernen.

00:28:42: und da ist mir... also dass sie auch schon jetzt Jahre her aufgefallen haben Sie finden das in fast allen Bereichen mittlerweile wie diese Tauschlogik Ökonometrik, alles ist messbar.

00:28:53: Alles bewertbar hat der Eingang gefunden ohne kulturpässemistisch werden zu wollen.

00:28:57: Zieht

00:28:58: sich überall durch?

00:28:59: Genau stimmt und dann ist das wahrscheinlich auch eine ganz andere Generation wie die dann auch heranwächst wenn man so diesen Bewertungsmaßstab immer hat und sagt okay was muss ich hier dafür tun?

00:29:08: und dann krieg es vielleicht noch einfacher hin.

00:29:11: das macht ja vielleicht dann auch etwas mit dem Denken grundsätzlich wie man an Dinge herangeht und wie man die Welt sieht.

00:29:16: Ja man wird dann auch so rational eben auch sehr ökonomisch.

00:29:19: so wie viele Fächer muss ich genau machen bis ich das habe.

00:29:22: Also vielleicht bin ich da die Ausnahme, aber ich hab zum Spaß zwei Semester Kriminologie gehört weil ich das interessant fand und solche Dinge so neben Beifächern, weil es einfach interessant war.

00:29:32: Und das geht dann verloren, weil ich dafür keinen Tauschwert hab.

00:29:36: Ja, das ist eigentlich schade, ne?

00:29:37: Weil man weniger auf sich selbst hört sondern sich eher diesen System einkliegt.

00:29:42: Nee, das versteh' ich.

00:29:43: Interessant war auch ... Wenn man vielleicht gerade bei diesem Thema sind, gibt ja auch eine Polemik von Ihnen im Programm Heft.

00:29:49: Das fand ich interessant.

00:29:51: Also Konsum ist das eine aber es geht ja auch um Konsumieren an sich und da wurde der iPod angesprochen.

00:29:58: Das habe ich mir auch mal als Zitat hier mitgepacht.

00:30:00: Da heißt es Der iPod verfügte lediglich über die Funktionen Play und Pause genau wie iTunes.

00:30:06: Das Gerät stellt den metall gewordenen Vorboten Das permanenten Konsumstar, das Beenden.

00:30:13: Das Nicht-Konsumieren ist in der Bedienoberfläche nicht vorgesehen, lediglich das Pausieren.

00:30:19: Es gibt nur zwei zustände, Konsum und

00:30:22: Konsumunterbrechung.".

00:30:24: Ja?

00:30:25: -"Es war ich sehr spannend also diese Analogie.

00:30:27: Das hab' ich so noch nicht wahrgenommen.

00:30:29: aber ja klar das kann man natürlich auch wieder auf andere Dinge übertragen und irgendwie ein schönes

00:30:35: Sinnbild.".

00:30:36: Genau, also es ist eine Polemik.

00:30:38: Das heißt das schießt natürlich ordentlich nach vorne.

00:30:40: aber ich finde dass tatsächlich schon das ist halt hier so ne Verdinglichung eines Prinzipes.

00:30:45: und wenn sie wirklich gucken bei diesem ursprünglichen iPod mit dem Drehrad Es gibt eben nur Play- und Pause auch Bei iTunes haben Sie nur Play und sie haben nicht mehr den Stopknopf.

00:30:51: Also beim Kassettenrekord dabei sonst war's bei CD-Spiel Haben sie einen stopp Knopf Sie können beenden Und das ist nicht mehr so genau wie auch beim Handy ja kein ... Ausschaltknopf eigentlich mehr da ist.

00:31:02: Man kann es zwar ausschalten, wenn man das möchte... Ja,

00:31:04: macht man kaum, ja?

00:31:05: Das ist nicht vorgesehen!

00:31:06: Genau.

00:31:07: Also man lädt halt eben und das ist schon diese Idee eines wir sollen eigentlich immer konsumieren und dann versuche ich da so eine Brücke zu schlagen zwischen diesem medialen Konsum eben.

00:31:16: also Wir hören immer Musik oder Podcasts oder was auch immer oder gucken Filme.

00:31:21: Also wir sind immer am Konsumieren von ... von solchen Beiträgen.

00:31:27: Und dann aber natürlich auch ein weitergefasster Konsumbegriff, also der konkrete Konsum Begriff was wir alles sonst noch kaufen und ob das uns vielleicht stelle ich die Frage zu passiv macht?

00:31:36: Weil eben... Der Konsument, der konsumiert eben, der rührt sich selber nicht.

00:31:41: Im anderen Interview heißt es dann auch da hatte ich auch mal von Ihnen nochmal etwas gelesen Wir sind jetzt wenn man das jetzt auf Theater bezieht, wir sind die Antithese zum Digitalen.

00:31:50: Also das ist ja alle so mit der Digitalisierung eben Diese iPod und davor war alles so eben Kassetten-Recorder usw.

00:31:56: Und man hat noch vielleicht zurückgespult, da gab es diesen Stoppknopf und das Theater ist dann tatsächlich der Ausgleich dazu oder ein gutes Angebot das Ganze mal zu unterbrechen.

00:32:10: So richtig?

00:32:11: Ja genau, so ein kleines bisschen.

00:32:12: ja weil das Theater nicht so glatt gebügelt wie... Das Handy wie das iPhone jetzt vor mir.

00:32:20: Das Theater hat eine poröse Oberfläche, was meine ich damit?

00:32:24: Wenn wir uns Theater anschauen in der Theatervorführung ist ja live und das heißt für mich wenn ich da sitze kann erst mal in jedem Moment alles passieren.

00:32:33: natürlich ist die geplant natürlich läuft diese auch bis sie ablaufen soll.

00:32:35: aber da kann jemand Stolpern, die Stimme verlieren.

00:32:38: Es ruft jemand rein... es kann alles passieren!

00:32:40: Ein Film wird jeden Abend, wenn sie ins Kino gehen, der läuft jeden Abend genau gleich ab weil er ist so wie er ist.

00:32:45: Genau wie ihr Musikstück auf dem iPod oder Netflix oder sonst was.

00:32:49: das läuft gleich ab und Theater hat das Potenzial jeden Abend ganz anders zu enden.

00:32:54: Meistens Ende ist nicht anderes als Potenzials da und das gibt ihm ein Stück mehr Realität weil wir da sind.

00:33:00: Und das andere, was ich meine mit dieser Antithese zum Digitalen ... der konkreten Begegnung.

00:33:07: Deshalb war Corona auch so schrecklich für uns, weil da ist... ich muss neben Menschen sitzen!

00:33:11: Ich muss mit Menschen reden!

00:33:12: Ich hab da sinnliche Eindrücke, ich habe Gerüche, ich hab sonst was,... ...ich hab die Barzillen vom Nachbarn natürlich auch das gehört dazu.

00:33:19: Aber dass es essenzieller Teil für mich des Menschseins diese Körperlichkeit, dieses Sein in der Welt und eben nicht steril auf der Couch entfernt, das entfremdet uns voneinander.

00:33:30: Und das ist für mich eines der größten Problems warum wir auch so Schwierigkeiten haben miteinander zu reden, weil wir nicht mehr miteinander reden.

00:33:37: Weil wir an Bildschirmen sitzen und über Bildschirmel miteinander kommunizieren.

00:33:41: Und da... Also ich habe in diesem Aufsatz auch, glaube ich, Jaron Lanier zitiert den französischen Internet-Kritiker Der ja sagt, also wenn du vielleicht hast ... Du hast viel mehr Freunde auf einmal.

00:33:54: Auf allen sozialen Netzwerken aber hast vielleicht sehr viel weniger Kontakt als du dir eigentlich wünscht.

00:33:58: und das finde ich ein interessanten Gedanken weil wir haben diese ganzen Freunde die wir aber nicht wirklich sehen und ich glaube zentral für uns Menschen muss es immer wieder sein.

00:34:06: deshalb auch dieses Plädoyer immer mal wieder abzuschalten ist der Austausch face-to-face in der Weltsein

00:34:14: Und das ist ja auch in der Spielzeit Bestandteil.

00:34:16: Neben diesen Dingen, die man natürlich erwartet im Theater und wo es ja auch ein Publikum auf jeden Fall gibt – die Operetten, die Opern- und Musicals.

00:34:26: Komödien gibt's, die ihr dann auch schon ein bisschen auf das Spielzeitmotto zeigen.

00:34:30: zum einen etwas zeitgenössischer Nein zu Geld.

00:34:34: Wenn wir uns ein bisschen klassischer markt, dann der Geizige von Molière.

00:34:39: Das heißt ... Da spiegelt sich das Spielzeit-Motto wieder.

00:34:45: Und ja, dann gibt's aber auch durchaus Diskussionsformate soweit ich das gesehen hab.

00:34:50: Genau.

00:34:51: Das ist genau dieser Austausch der dann auch wiederum hier stattfinden soll im Haus?

00:34:55: Genau.

00:34:55: also wir haben diese Reihe die heißt über Geld sprechen.

00:34:58: Die fängt jetzt am neunundzwanzigsten September an.

00:35:00: Wir machen das mal abwechselnd in Zittau und Görlitz und die erste Veranstaltung ist am neuneinzwanziger September in Zittau unter dem Motto, was ist Geld?

00:35:08: Wollen wir einfach mal ... Wir haben einen Professor aus Dresden, den Professor Senf eingeladen.

00:35:11: Der uns was erzählen wird zu Geld und wir haben ein Vorstandsmitglied der Sparkasse Oberlausis Nieder Schlesien eingeladen vor Ort die uns erzählen werden wie funktioniert Geld.

00:35:21: Und ich glaube das ist für viele überraschend weil wir nehmen Geld eigentlich jeden Tag, wir verwenden es jeden Tag in verschiedenster Form irgendwie also im digitalen Wallet oder im Papierscheinform Aber den wenigsten ist die Funktionsweise klar.

00:35:34: Wo kommt denn Geld her?

00:35:35: Wer schöpft es, liegt da jetzt entsprechend viel Gold irgendwo im Tresor der Bundesbank dafür und ... Wie funktioniert eigentlich Kryptowährung, warum beschäftigen sich so viele damit?

00:35:46: Das wollen wir erst mal klären.

00:35:47: Also worum geht's bei Geld und ist Geld auch andervorstellbar?

00:35:50: Es gibt ja auch andere Geldtheorien wie eben Kryptowerungen oder zum Beispiel die Freigeldtheorie von Silvio Gesell.

00:35:55: also da gibt es viele andere denkbare Varianten wie man mit Geld umgehen könnte.

00:36:00: Und darüber wollen wir ein bisschen sprechen.

00:36:01: Also das ist wirklich aber so gedacht dass jeder Fragen stellen kann und dass es für jeden ohne BWL Studium erstmal mit diesem Thema in Kontakt zu kommen.

00:36:11: Und bis hin zu der Frage, wem gehört die Welt?

00:36:14: Das ist glaube ich auch so ein Thema was dann aufgemacht wird.

00:36:17: Also da werden so die ganz grundsätzlichen Verteilungsfragen noch mal gestellt... Wenn

00:36:21: wir ein bisschen Werbung machen, weil es uns gelungen den Hans-Jürgen Jacobs, der großartige Bücher zu diesem Thema geschrieben hat also das Monopol im XXI Jahrhundert oder tatsächlich auch ein Buch, Wem gehört Die Welt, der sich ganz stark mit den großen Monopolen auseinandersetzt, wo wir wirklich sagen bis näher mittlerweile ist tatsächlich Amazon Google und Co.

00:36:38: Die sind so riesig und denen gehört so fast alles dass das nicht mehr gesund ist für die Wirtschaft.

00:36:42: Und der ist ein eformaliger Auto im Handelsblatt.

00:36:45: ganz kluger Kopf freue ich mich sehr.

00:36:46: der kommt nach Görlitz am dritten November wenn mich nichts täuscht.

00:36:49: Das hatte ich sogar notiert es war der dritte Elfte genau.

00:36:53: Gut, das klingt auf jeden Fall spannend.

00:36:55: Kann man das sonst noch irgendwie ... Was gibt's noch für Möglichkeiten die Spielzeit abzulesen in dem aktuellen Programm?

00:37:03: Also wir hatten gerade gesagt es gibt das Nein zum Geld der Geizige eben diese Diskussionsformate.

00:37:10: Es ist aber nicht zwingend quasi dass es jetzt auf alles unbedingt gelegt worden ist.

00:37:15: Das Ziel ist schon immer wenn wir diese Spielzeiten unter einem Motto stellen alles sich diesem Motto unterordnet, es klappt nicht immer.

00:37:21: In dieser Spielzeit hat's ziemlich gut geklappt finde ich.

00:37:23: also mit so ein Nein zum Geld ist ja eine Komödie bei der jemand einen riesengroßen Lotto gewinnen macht, ich glaube hundertsechzig Millionen oder so und er lehnt das Geld ab weil er findet dass Geld eigentlich den Charakter verdirbt.

00:37:35: und alle die so viel Geld geworden haben sind am Ende arm und traurig und seine Frau und sein bester Freund und die Mutter sehen das natürlich ganz anders und es gibt großen Streit drum eben um dieses Geld.

00:37:45: Aber im Musiktheater zum Beispiel auch fangen wir ja an mit Laboem, also eine Oper in der es eigentlich ums komplette Fehlendes Geldes geht.

00:37:52: Also künstler Existenzen die eben wahnsinnig kreativ sind und künstlisch tolle Sachen machen aber damit keinerlei Geld verdienen und in bitterer Armut leben das aber opangemäß eben sehr schön besingen ihre Armut und auch zum Schluss sehr schön sterben.

00:38:08: Die Mimi natürlich wie gehabt... Also mit Augen zwingen kann man natürlich tolle große Oper.

00:38:14: dann Dann haben wir zwei Dinge im Musiktheater, die ich noch erwähnen würde.

00:38:18: Wir haben eine Wiederentdeckung nämlich im Januar ne Operette von Maurice Yvain Die heißt Tabouche Dein Mund wo es um drei Paare geht, die sich alle zwischen Geld und Liebe entscheiden müssen Und das ist ganz interessant weil's natürlich auch wunderschöne Chansons sind.

00:38:32: Also sehr chansonartig diese Operette Und aber auch ein Werk was ewig lang nicht gemacht wurde Was wir so bisschen wieder entdecken.

00:38:39: und dann haben wir dieses Jahr eben auch Opern-Uraufführung.

00:38:42: Das ist was, was wir uns nicht immer erlauben können weil Urauffführungen sehr teuer sind meist.

00:38:47: Dies hat geklappt natürlich in der Kapitalspielzeit und da zwar eine Oper über Antonio Gramsci.

00:38:52: Und Antonio Gramsschi ist ja einer der großen sozialistischen oder sozialwissenschaftlichen Denker, der den Hegemoniebegriff geprägt hat, der in den Sozialwissenschaften auch heute noch wahnsinnig rezipiert wird, den die Faschisten aber ein Knast geworfen haben Im Gefängnis.

00:39:09: wirklich sein Hauptwerk schreibt mir den Gefängnishäften eigentlich also ein hochinteressanter Typ und das ist ein Doppelabend, weil er es da alleine tatsächlich im Gefängnes sieht sich immer mehr seiner Philosophie.

00:39:20: Und diese Oper hat der Komponist von vornherein als einen Doppelerben geplant mit Tour Angelica, wo wir hier eben die naja im Kloster einsame Frau haben.

00:39:29: Die sich dem Göttlichen eher zuwendet und Theologischen das Heil sucht also zwei unterschiedliche Charaktere, die auf die Einsamkeit der Welt da reagieren.

00:39:37: Also ich glaube es ist inhaltlich ein total spannender Abend.

00:39:40: Das passt ins Kapital und ist gleichzeitig auch wirklich eine tolle moderne Opernuhrführung für Musiktheaterfreunde.

00:39:49: So, also das ist jetzt so

00:39:50: ein bisschen

00:39:51: die Werbung.

00:39:51: Also im Tanz natürlich auch aber ich...

00:39:54: Ja, man sieht dass es sich auf jeden Fall doch ganz gut widerspiegelt.

00:39:58: Das ist ja nicht so einfach kann mir vorstellen wenn man das immer alles auf so einen Punkt bringen will.

00:40:02: So ein ganzes Programm, aber ich denke das ist ja.

00:40:04: wir kommen auch gleich noch zu dem ganzen Thema der Namensgebung.

00:40:10: Gerhard Hauptmann wie lange er sich hier quasi an der Fassade zeigen kann also die Büste auf jeden Fall wird bleiben im Foyer.

00:40:18: Das habe ich schon im Interview von Ihnen gehört.

00:40:21: Die werden in jedem Fall bleiben.

00:40:24: Ich weiß nicht.

00:40:24: warum wurde die mal abmontiert?

00:40:26: Die stand erstmals ich glaube im ersten Rangfoyer und Das ist kein Witz, die haben wir im Keller und am Schrank wiedergefunden.

00:40:34: Wie kommt ihr denn da hin?

00:40:37: in der ersten Spielzeit eine neue Granitstelle hier aus dem Zittaugebirge besorgt und haben den Hauptmann wieder aufgestellt.

00:40:43: Ach so, das ist interessant!

00:40:45: Also mit ihrer ersten Spielzeiten kam die Büste wieder zurück?

00:40:48: Der Hauptmann kam zurück, den haben der Chef Tramaturk und ich haben ihn wirklich im Keller gefunden.

00:40:52: Ich weiß nicht, wie er darunter gewandert ist.

00:40:53: Es konnte uns auch keiner mehr sagen aber irgendwie ... der Stand ursprünglich meines Wissens mal im Ersten Rang ist dann irgendwie abmontiert worden.

00:40:59: und wie es so geht... Dann haben sie ja

00:41:01: eigentlich den Gehard-Hauptmann jetzt erst wieder auf den Sockel gestellt, würde man ja sagen.

00:41:07: Stimmt, und

00:41:08: da bleibt er auch auf dem Sockel.

00:41:10: Man ist ja als Haus trotzdem, macht man keine Hundert-Achzig-Grad-Drehung.

00:41:16: nur wenn der Name sich erst mal für eine Aktion so nenn ich es jetzt mal ändert... Ich würde jetzt mal zum Thema Geld kommen und damit vielleicht auch zu der Sponsoring-Geschichte.

00:41:29: Was ja auch interessant war, wenn man jetzt auch noch einmal zurückgeht ins Jahr twenty-oneundzwanzig da hatten sie schon mit der liebe Augustinier letztendlich auch mit so einer satirischen ... Opa ja auch schon so ein bisschen über das verknügliche Schulden machen, was in der Richtung auf der Bühne losgelassen.

00:41:45: Also ich habe das Gefühl, dass Thema begleitet sie doch schon eine ganze Weile.

00:41:50: wahrscheinlich eben und das war ja vorhin meine Theorie.

00:41:52: aber vielleicht ist es auch nicht so, dass es tatsächlich doch ein Unterschied ist wenn man die Intendanz und die Geschäftsführung tatsächlich so in einer Person alles abdecken muss und sich dann permanent ja auch ... Ich weiß nicht oder wie wirkt sich das aus?

00:42:07: Ich versuche zumindest, dass ökonomische Erwägungen mich und die anderen erst mal überhaupt nicht künstlerisch beeinflussen.

00:42:14: Sondern da muss man schon erstmal sehr frei denken.

00:42:17: Und ich glaube, wir nehmen uns auch immer zwei Tage für die Spielzeitplanung, wo wir meist irgendwo ... in irgendeinen Tagungsort fahren weg vom Alltag und versuchen da kreativ miteinander umzugehen.

00:42:29: Wenn man diese ganzen Ideen hat, dann kommen die ökonomischen Realitäten.

00:42:33: also was ist eben durchführbar?

00:42:34: Was können wir uns leisten oder nicht leisten?

00:42:37: Leider zensiert man sich selbst aber schon das muss ich schon zugeben zu oft ... von vorne rein, weil man sagt das ist ja gar nicht finanzierbar oder es ist nicht machbar.

00:42:46: Also erst mal frei gedacht schon und dann muss man halt gucken was können wir denn tatsächlich?

00:42:51: Oder wie gelingt es uns in welcher Form kann man's vielleicht tatsächlich realisieren... ...oder wo können wir ein bisschen abwandeln dass es funktioniert?

00:42:58: Genau!

00:42:59: Und aber ich glaube man zensiert sich eh zu oft.

00:43:02: also allein schon Wir haben jetzt sehr kleine Assortments Das Haus ist ja wirklich schon soweit runtergespart wie es irgendwie geht.

00:43:08: Das heißt wir haben letztendlich im Schauspiel elf Schauspielerinnen, Schausspieler.

00:43:13: Wir haben neun Sängerinnen und Sängern im Ensemble einen Opernchor mit neunzehn also kleiner geht's nicht mehr.

00:43:19: Da ist es dann schon oft so das man überlegt jetzt gerade schon beim Molière natürlich der Geizige viele Rollen kann man das können wir besetzen oder ist unser ganzes Ensemble quasi in dieser Produktion kann nichts anderes machen.

00:43:31: ähnlich ist natürlich bei Opern wo wir dann überlegen oder brauchst aber ein riesigen extra Chore.

00:43:36: Da zensiert man sich dann schon eher öfter an so praktischen Dingen.

00:43:40: Und das wünsche ich mir eigentlich nicht, dass wir erst mal überlegen können, wie es möglich machen.

00:43:45: Also auch Ingo Putz macht jetzt eine tolle Fassung für den Molière die möglich sein wird mit dem Personal.

00:43:51: was wir haben und das haben wir ja immer wieder versucht, dass Wir Stücke runterkürzen ohne dass sie leiden also in ... im Extremraum, das ist gesehen bei unserem Solo-Faust.

00:44:02: Wo Maria Weber ganz großartig alle Rollen spielt!

00:44:06: Das lag jetzt nicht an... Das war schon eine künstlerische Idee, das lag jetzt nichts an, dass

00:44:10: wir keines als normal hatten.

00:44:11: Das kann doch wieder reizvoll sein.

00:44:12: am Ende ne?

00:44:12: Eben.

00:44:13: Man kommt dann vielleicht manchmal auch durch sich ... ... ja gewisse Einschränkungen zu anderen Lösungen.

00:44:17: Sagen wir es vielleicht mal so, ne?

00:44:18: Ja.

00:44:19: Also ist auf jeden Fall spannend glaube ich was da auch möglich is.

00:44:24: Bloß nochmal wegen der Finanzierung vielleicht wenn man gerade noch einmal über das Geld was ja heute irgendwie dann doch ein Thema ist, reden.

00:44:31: Wie ist denn das noch mal mit diesem Kulturraumgesetz?

00:44:35: Das ist ja irgendwie ... hab ich das Gefühl an sich eine gute Sache!

00:44:38: Wir haben in Sachsen interessanterweise auch nochmal gelesen die höchsten Pro-Kopf-Kulturausgaben sogar in Deutschland.

00:44:45: Interessanterweise vielleicht weil ja doch auch die Theaterdichte doch sehr stark ausgeprägt ist einfach aus der Historie heraus.

00:44:54: Aber wie kann es denn oder wie kommt's denn tatsächlich dazu, dass dieses Finanzierungsmodell nicht mehr so richtig aufgeht?

00:45:01: Naja.

00:45:02: Also diese Kulturraumgesetz ist eine sehr gute Idee und das hat über viele Jahre und Jahrzehnte wirklich dafür gesorgt, dass die Assembles – wie sie heute da sind – die Theater- und Orchester bestehen bleiben konnten.

00:45:15: Es ist ein sexisches Unikum Das gibt sonst nirgends.

00:45:19: meines Wissens Und ich musste mich auch erst mal reinfuchsen Der Geburtsfehler dieses Kulturraumgesetzes ist, dass die zur Verfügung gestellten Mittel statisch sind.

00:45:31: Die wachsen nicht und wir wissen alle es gibt eine Inflation also jedes Jahr werden alle Dinge teurer Es gibt jedes Jahr Tariferhöhungen Also die Personalkosten steigen Und wenn ich mit einer statischen Finanzierung an steigende Kosten herangehe heißt das letztendlich Ich muss immer wieder kürzen Kürzen kürze und Das ist das große Problem im Kulturraumgesetz.

00:45:51: Da war auch tatsächlich ursprünglich, hab ich mittlerweile rausgefunden in der Planung vorgesehen diese Mittel zu dynamisieren im gleichen Maße wie die Mittel im Finanzausgleichsgesetz steigen.

00:46:00: Also das war ursprünlich vorgesehn, es ist nicht durchgekommen, ich glaube weil jetzt gerade in diesen Wochen oder jetzt in diesen Monaten wird ja das Kulturraumgesetz evaluiert und da muss man ganz dringend dran diese Mittel müssen in irgendeiner Form dynamisiert werden.

00:46:15: dann muss regelmäßig mehr Geld rein wenn man das so erhalten will.

00:46:19: Ich glaube auch, dass es ganz zentral ist.

00:46:21: Dass man die Institutionen, die man erhalten möchte in dieses Kulturraumgesetz jetzt hereinschreibt und das sind tatsächlich die Theater- und Orchester weil das sind alle so große Institution.

00:46:31: ich glaub die größten Empfänger auch in diesem Kulturaumgesetz.

00:46:37: ja da sind so Tanker die man nicht schnell auf anderen Kurs bringen kann, die jemand auch nicht schnell kürzen kann sondern Die müssen so sein, wie sie sind und die sollte man deshalb auch finanzieren.

00:46:46: Weil wenn ich mir das anschaue wir haben hier eine sehr gute kulturelle Infrastruktur in dem eigentlich überall Theater- und Orchester da sind dieses Angebot für die Leute bieten.

00:46:58: Wenn wir da jetzt runterkürzen, dann haben wir irgendwann tatsächlich nur noch Kultur in Leipzig und Dresden.

00:47:02: Und das kann glaube ich auch nicht Sinn der Sache sein.

00:47:05: Also mein Vorschlag ist da tatsächlich dass wir explizit diese also von uns über Bautzen bis Freiberg, Döbeln, Plaunzwickau, Bart Lausig die Blazerphilharmonie, dass die alle direkt reingeschrieben werden Achtung!

00:47:17: Die sind zu erhalten.

00:47:19: Alternativ kann man drüber nachdenken ob man lieber Staatsverträge macht, wie das andere Bundesländer tun.

00:47:24: Aber irgendwie braucht es jetzt ein Mechanismus der den Orchestern und Theatern eine Planungssicherheit gibt – über die Mittel über die nächsten Jahre!

00:47:33: Da ist das Paradebeispiel natürlich Thüringen, weil da sind die Mittel bis zum Jahr zwei Tausend Dreißig bzw.

00:47:38: Zweiunddreißig gesichert.

00:47:39: Da hat auch der Staat zugesagt, siebzig Prozent der Tariferhöhungen zu übernehmen was enorm ist.

00:47:45: So viel fordern wir ja nicht mal.

00:47:46: aber da muss jetzt tatsächlich.

00:47:48: also wenn der sächsische Staat möchte dass wir in der Fläche diese tolle Kultur haben dann muss man daran gehen.

00:47:54: bei allen knappen Haushaltslagen braucht es ein mehr finanzielles Engagement

00:47:58: Und Kultur scheint ja auch ein wichtiges Thema zu sein, also man sieht es ja mit dem Lausitz Festival.

00:48:03: Da gab's jetzt auch erstmalig die Kooperation in diesem Jahr mit dem Freude des Schöner-Lausitzfunken hier aufm Obermarkt.

00:48:11: Das ist das eine.

00:48:12: aber zum anderen sieht man ja dass es dann Impulse gibt wo Geld gerade in die ländlichen Bereiche versucht wird zu geben.

00:48:20: Da gibt's dann eher den Kritikpunkt.

00:48:22: Wie sehr man auch die lokalen Player quasi mit ins Boot holt?

00:48:25: Das war jetzt vielleicht so ein erster ganz guter Ansatz, also ich denke schon es ist ja an sich schon gewollt aber man muss es wahrscheinlich in irgendeine richtige Form bringen.

00:48:35: Ja und das ist... Also beim... Ist auch immer dieser Kritik-Punkt am Lausitzfestwil, dass wär'n so teuer und das wäre sonst... Also ich finde des Lausitsfestwils großartig, dass es das gibt.

00:48:45: Ich finde die Idee großartigt gerade für eine Region wie die Lausitz wirklich, also von Brandenburger bis sächsischer Lausiz hier.

00:48:54: Da kann so viel passieren.

00:48:55: Und wenn ich mir anschaue, was für ein Erfolgsmodell-Festivals wie die Ruhetriennale geworden sind ... So etwas kann das Lausitzfestival auch sein.

00:49:01: und natürlich kommt dann immer die Debatte ja aber wenn da so viel Geld fürs Lausizfestival ist und kein Geld für die Theater?

00:49:07: Das ist schon richtig!

00:49:08: Aber das sind Gelder, die würden wir nie kriegen.

00:49:10: Das sind Bundesgeld wissen wir alle,

00:49:12: ne?!

00:49:12: Also insofern das kanibalisiert sich nicht und es ist gut dass es beides gibt.

00:49:17: Ich find's auch sehr schön, dass wir jetzt mehr noch zusammenarbeiten, mehr gegenseitig andocken.

00:49:21: Wir wollen eine gemeinsame Musikdeaterproduktion mit dem Lausitz Festival nächste Saison machen.

00:49:25: Also das ist, da findet sich ja auch so ein Festival in der Form überhaupt erstes, die erst fünf Jahre da.

00:49:31: Vielleicht braucht es auch seine Zeit um richtig zu wachsen.

00:49:34: Aber das fand ich zumindest schon mal ganz schön dass es da auch eine Kooperation gab und ist ja schön zu hören, dass es dann noch zukünftig so sein wird.

00:49:44: jetzt kommen wir glaube ich dann doch mal zu diesem Thema Sponsoring.

00:49:49: Man kommt ja eigentlich nicht drum herum, also jetzt auch am Wochenende und überhaupt in sämtlichen Medien wurde darüber berichtet.

00:49:56: Weil es war dann schon so ein bisschen einen Paukenschlag, dass man auf die Idee kommt den Namen Gerhard Hauptmann quasi dem Namen des Literatur Nobelpreisträgers herzugeben aus finanziellen Gründen, die Fläche an der Fassade anbieten möchte, das ist ja so der Gedanke.

00:50:18: Wie kam es dazu?

00:50:19: Wir hatten jetzt gerade auch noch mal über dieses Kulturraumgesetz gesprochen wo es Schwierigkeiten gibt und wo man die Hoffnung hat dass man das richtig geregelt bekommt.

00:50:28: Ist das ein bisschen der Punkt oder ist es an sich eine Möglichkeit wo man ganz unabhängig davon versucht neue Wege zu gehen?

00:50:38: Naja, es ist erstmal finde ich eine sehr schöne, sehr innovative neue Idee.

00:50:43: Und ich habe das ja schon mal gesagt, dass kamen wirklich auch da am runden Tisch.

00:50:47: wir haben im Leitungsteam gesessen und haben uns Gedanken zu Kapital gemacht.

00:50:51: was kann dann noch passieren?

00:50:53: Was kann man dann noch machen?

00:50:54: wie kann mit diesem Thema umgehen?

00:50:56: natürlich auch gleichzeitig immer wie gehen wir mit den ökonomischen Realitäten um?

00:50:59: weil natürlich ist das Geld knapp Natürlich haben wir ein Defizit also das spielt hier alles mit rein.

00:51:04: und dann kam dieser Gedanke ... Dynamenrechte zu verkaufen, auch darüber eben.

00:51:08: Weil das in anderen Bereichen... Ich habe jetzt immer gesagt im Sport natürlich Gang und Gäbe ist da gibt es sowas ja ganz häufig dass man einen Namensponsor hat.

00:51:17: Und da war jetzt der Gedanke eben warum probieren wir das nicht auch?

00:51:21: Natürlich waren uns schon auch bewusst das ist provokant.

00:51:24: Das ist schon klar weil natürlich Gerhard Hauptmann isst eine enorm wichtige Figur.

00:51:30: Wir hatten ja auch Vorletzer Spielzeit, auch wieder ein Hauptmann im Programm.

00:51:34: Der großartig geworden ist muss ich wirklich sagen der Bieber Pelz.

00:51:39: Also er ist ein toller Autor und gehört in diese Region.

00:51:41: Diese Büste bleibt da auch stehen.

00:51:42: aber natürlich ist die Frage Wir sind ja immer angehalten nach mehr Sponsoring zu suchen.

00:51:47: Und das ist eine Klage, die ich auch immer wieder höre Schaut doch mal mehr Drittmittel einzuberben.

00:51:52: Machen wir also, wir sind beantragen permanent Drittmittel bei der Kulturschiffung des Freistaates.

00:51:57: Bei der Kultur Schiff von des Bundes bei anderen Partnern natürlich klar aber das geht auch nur so und soweit.

00:52:03: und dann ist natürlich die Frage wo kriegt man noch Sponsoring rein?

00:52:07: Wir haben tolle Sponsoren, die uns unterstützen in unserer Arbeit.

00:52:10: Also ich sage jetzt mal hinten drauf sehen sie es hier Bechstein, Pianoforte.

00:52:16: Die uns großartig unterstützen mit Konzertflügeln, wo das inhaltlich auch sehr gut zusammengeht.

00:52:22: Aber jetzt müssen wir den Kreis weiterziehen und schauen, wer kann hier einfach noch Kunst im Raum ermöglichen?

00:52:30: Und da gibt es schon erste Bewerbung soweit ich weiß

00:52:34: Es gibt erst Interessenten.

00:52:35: ja.

00:52:36: Also ich kann natürlich noch nicht und werdet auch nichts zu den Details sagen.

00:52:40: Es ist noch nicht ganz der Rahmen, den wir uns vorstellen aber da liegen erste Anfragen vorher.

00:52:46: Okay also das wird sich dann in den nächsten Wochen irgendwie... klären oder müsste ja irgendwie Zeiten da dann auch eine Entscheidung fallen.

00:52:53: Genau,

00:52:54: wir gucken jetzt mal wie das so weitergeht und ich bin erst einmal ganz begeistert dass es Interesse so groß ist.

00:53:00: Ich lese auch sehr aufmerksam und höre sehr aufmersam was auch unser Publikum sagt was auch die Kritiker dazu sagen.

00:53:06: natürlich gesagt Wir wussten schon dass es ne kontroverse Aktion ist Und jetzt müssen wir mal schauen wie das sich am Ende ausgeht.

00:53:14: Es gibt ja mittlerweile auch die Petitionen dazu von der Partei Die Linke, die hatten sich auch dazu kritisch geäußert und schreiben dann über Sponsoring kann nachträglich Druck auf den Spielplan ausgeübt werden.

00:53:29: Sehen Sie die Gefahr?

00:53:31: Nee, die sehe ich überhaupt nicht!

00:53:32: Also das ist ohnehin ausgeschlossen dass irgendein Sponsor Druck auf uns ausübt.

00:53:37: wir müssten jetzt dies oder das oder jenes machen.

00:53:39: also die Gefahre sehe ich auch bei einem Namenssponsorer überhaupt nichts.

00:53:47: Es ist ein bisschen provokant, aber in den letzten Monaten wurde so kontrovers drüber gesprochen.

00:53:54: Dass der BVB jetzt von Rheinmetall gesponsert wird als einem Waffenhersteller und ... Ich sag mal so der bvb fängt jetzt ja nichts an auf seine Gegner zu schießen.

00:54:03: Ja, also nur weil rein mithalter sponsor ist.

00:54:05: also da muss man schon trennen und so würden wir das hier auch haben.

00:54:08: was ist inhaltlich und zwar natürlich unter dem Schutz und im Rahmen der Kunstfreiheit was wir hier machen Und was tatsächlich sponsoring ist wo wir sagen dafür kriegst du Aufmerksamkeit dafür bewirbst Du deine Marke dafür kriegs von übertrag in die Hochkultur weil das ist ja das spannende auch für Unternehmen für marken dass wir ein teil der hochkultur sind.

00:54:26: aber Der Inhalt, das ist schon was wir selbst machen.

00:54:30: Die Gefahr sehe ich nicht.

00:54:31: Das wäre ja auch zeitlich begrenzt oder so weit ich das jetzt verstanden habe.

00:54:35: Also wenn jetzt ein Sponsor gefunden ist, wäre es jetzt auch erstmal ein Sponzor für eine Spielzeit?

00:54:40: Genau!

00:54:40: Wir wollen das jetzt erst mal ausprobieren in dieser Spielzeit und dann muss man schauen ob das so funktioniert, ob das gut klappt... Also idealerweise suchen wir natürlich auch nach einem Sponsor der irgendwie inhaltlich mit uns zusammengeht also der, wo wir sagen ja das ist prima.

00:54:56: Das ist eigentlich kongenial das funktioniert und man muss hier nicht immer quasi sagen okay ist es jetzt Coca Cola oder so?

00:55:02: das ist natürlich provokant gesagt aber das kann ja alles andere auch sein.

00:55:06: ja also das könnte auch ... weiß nicht irgendwie der, ähm ... ... der ... ... Zurkamp verlagt sein oder so etwas.

00:55:13: Ich habe jetzt irgendwie glaube ich in einem anderen Interview ... ... kam direkt aus der Redaktion das Beispiel FIT.

00:55:18: Können wir die Zukunft?

00:55:18: Das werde ich ja witzig, so eine Idee!

00:55:21: Ja also es ist interessant dass die meisten dann auch ... ... mit Coca Cola oder so eine Allianz hätten sie ein Problem... ... mit Fit- oder Birkenstock nicht.

00:55:28: Also was regionales wäre natürlich akzeptierter.

00:55:30: Das ist wahrscheinlich wieder so das Thema Identität, was dann auch mitschwingt.

00:55:34: Was ja bei Gerhard Hauptmann der Aufreger für viele sicherlich auch ist.

00:55:38: Interessant fand ich noch in dieser Petition stand drin, dass Theater muss aber als ein Ort bestehen bleiben, der provozieren und die Menschen herausfordern kann sogar Willen.

00:55:49: Das fand ich witzig weil ... Dass die Aktion eigentlich genau macht oder?

00:55:54: Ich finde wir fordern heraus und wir provozierend auch.

00:55:57: Also jetzt auch nicht zum ersten Mal, also das machen wir denke ich immer wieder mit vor allem hoffentlich mit Stücken die wirklich diskutiert werden und die Resonanz finden was uns bisher ja auch gelungen ist.

00:56:10: Ich erinnere aber auch daran zb.

00:56:11: also wir hatten doch vor... Vorletzte Spielzeit, diese Spielzeit zum Thema Deutschland-Deutschland.

00:56:17: Wo wir dieses wunderbare Logo hatten mit ... Deutschland in Fracturschrift und Regenbogenfarben auf dem Heft vorne.

00:56:24: Was hab ich da an Hassmails bekommen?

00:56:26: Ob wir jetzt Pinkwashing betreiben oder ob die Rechten ins Theater locken wollen oder dabei war das einfach wirklich genau der richtige Diskurs, der da aufgemacht wurde, finde ich.

00:56:35: Wo gehen wir denn damit um?

00:56:37: Mit Frakturschriften und RegENbogen weil es ist da in eines zusammengefunden.

00:56:42: Und wie gehen wir denn damit um?

00:56:43: Das ist doch die richtige Frage.

00:56:45: Ein großer Kontrast auf jeden Fall auch schon visuell, das ist mir auch hängen geblieben.

00:56:50: Dann stand eine Weile mal nieder mit den Waffen was ja auch wiederum divers diskutiert wird.

00:56:55: also sind eigentlich immer so Diskussionsvorlagen vielleicht auch und dass man dann vielleicht oder Anregungen um die Leute hierher zu bekommen und dann vielleicht in Diskussionformaten tatsächlich diese Themen noch einmal im Detail zu besprechen.

00:57:10: Ja genau, ein Theater ist ja auch immer Teil des öffentlichen Diskurses.

00:57:13: Also wir machen natürlich Produktion wo wir sagen hier kommt es einfach her du kriegst tolle Unterhaltung, tolle Musik und wunderbar.

00:57:20: aber wir haben auch immer wieder Formate die eben einen Anspruch haben darüber hinaus zu gehen die Diskussion anregen wollen.

00:57:26: so und dann war schon mit dem Krieg in der Ukraine und dann mit den Krieg im Gaza wurde immer mehr an uns herangetragen.

00:57:36: Ihr müsst doch auch mal was sagen als Theater, ihr müsst euch positionieren und ich finde eben überhaupt nicht dass wir als theaterndes irgendwie tagispolitisch positionieren müssen.

00:57:44: das sollen gerne andere machen.

00:57:45: zur tagespolitikstellung nehmen.

00:57:47: Ich finde wir haben was wir haben ist eine sehr klare pacifistische grundhaltung und eine humanistische Grundhaltung die sollten wir haben aber unabhängig von jeder tagespolitik.

00:57:57: also dass wir einfach mal annehmen dass alle menschen gleich viel wert sind und dass frieden besser ist als krieg das sind zwei Vibremissen, die ich absolut setzen würde für unser Haus.

00:58:07: Aber eben natürlich ist es immer so nicht zur Tagespolitik Stellung zu nehmen und dann kam irgendwann der Gedanke auf nach gut wir wollen aber was zu diesen dazu sagen oder wir müssen.

00:58:19: Und dann hatte ich den Vorschlag wie lass doch hinhängen Die Waffen nieder.

00:58:23: das ist ja der Titel des bucht von Bertha von Sutner die erste weibliche Friedensnobelpreisträgerin und radikale Pazifistin eigentlich.

00:58:32: Und ich fand das ja gut, weil auch das hat mir wieder viele Anrufe und Zuschriften eingebracht am Ende.

00:58:37: Das

00:58:37: können wir vorstellen!

00:58:38: Das ist ja auch nicht mehr so einfach oder?

00:58:40: Also das hätte man vielleicht vor ein paar Jahren noch einfacher hinhängen können,

00:58:44: oder?!

00:58:44: Genau also... Einfach kann ja jeder, aber genau.

00:58:47: Da war dann natürlich die Frage was soll denn das heißen?

00:58:49: Die Waffen nieder?

00:58:50: soll jetzt israeli die waffen niderlegen und sich quasi von Hamas überfallen lassen?

00:58:55: Und im gleichen maße er soll die ukraine die waffe weg legen und sich von putin hier hinmetzeln Lassen und selbstverständlich sollen sie das nicht.

00:59:01: und selbst verständlich kann ich verstehen warum Israel sich verteidigt.

00:59:05: Ich kann verstehen warum die ukraine sich verteilt.

00:59:07: ich finde es auch richtig Selbstverständlich.

00:59:09: Aber da ist so mein problem dass ich in den letzten jahren immer mehr merke dass wir im öffentlichen Diskurs immer Gründe finden, warum es gut und richtig ist jetzt Krieg zu führen.

00:59:19: Warum es gut ein richtiges Darwaffen zu liefern.

00:59:22: Ich würde mir sehr viel mehr wünschen bei allem Verständnis, warum es natürlich gut und richtig ist.

00:59:26: Ob ich mal wieder jemand darüber nachdenken könnte?

00:59:29: Ganz kategorisch über die Möglichkeit des Friedens!

00:59:32: Dass wir wirklich nicht immer nur drüber nachdenkt, warum ist es richtig jetzt Krieg zu führen sondern wie kommen wir wieder in diesen Zustand wo vielleicht Frieden herrschen könnte?

00:59:40: und das scheint mittlerweile in den Zeiten in denen wer bereit werden, in denen die Grünen von allen Parteien ausgerechnet permanent Waffenlieferungen fordern, was noch vor einigen Jahrzehnten unvorstellbar gewesen wäre in denen unser Verteidigungsminister sagt wir müssen wer bereit werden.

00:59:55: Wir müssen abwehrbereit sein ganz Töne wieder die man eigentlich naja ich würde sagen seit dem Kaiserreich nicht mehr gehört hat.

01:00:02: auf einmal geht der Krieg wieder.

01:00:04: da finde ich es eigentlich ganz gut wenn einfach kategorisch ohne irgendeinen konkreten Konflikt zu nennen, über diesen Frieden nachdenken.

01:00:11: Weil auch was soll ich mich zur Ukraine äußern oder zu Israel?

01:00:14: Das schließt ja gleichzeitig einen Schweigen ein.

01:00:16: also im Süd-Sudan ist Krieg seit langem interessiert.

01:00:19: keine Sau weil das ist Afrika.

01:00:21: dafür interessiert sich irgendwie niemanden solange es weiße sind und europäer sind.

01:00:24: wenn man sehr viel geneigte uns uns da moralisch zur Eschofie in andere Kriege die weltweit die ganze Zeit stattfinden sind uns ganz egal.

01:00:31: deshalb war's mir auch wichtig zu sagen ne nicht wir hängen uns in einen konkreten konflikt rein sondern wir wollen diese Möglichkeit mal in den Raum stellen.

01:00:38: Und natürlich, ich bin gleich fertig aber...

01:00:43: Wir sind ja da zum Regen hier also das ist alles vorkommen.

01:00:46: Im Monologisier hier aber gerade ganz schlimm nein!

01:00:48: Aber als Theater haben wir auch die Frächheit des Theaters die wir uns aber auch nehmen zu sagen wir dürfen Moralisch ist in den Raumstellen ohne eine Lösung zu haben eben nicht.

01:00:57: Wir sind keine Politiker, wir müssen nichts sagen Ja aber das kann man so so wie können einfach mal fordern Denkt doch mal wieder befrieden nach bitte dass wäre gut und diese Frechheit müssen wir uns auch nehmen.

01:01:06: Das ist ja vielleicht auch der politik so ein bisschen abhandengekommen Einfach auch die vision für gewisse dinge zu haben.

01:01:11: na was ist ja?

01:01:11: so?

01:01:11: ein bischen habe ich manchmal denn eindruck sowieso ne Feuerwehr, es gibt ja auch ganz viele Krisen und Situationen wo tatsächlich der Brand gelöscht werden muss.

01:01:20: Die Situation so dringlich ist dass man gar nicht mehr darüber hinaus ins Denken kommt und vielleicht auch mal eine Vision entwickelt, vielleicht das auch kommunikativ übermittelt in der Bevölkerung.

01:01:32: Wo wollen wir den hin mit unserem Land?

01:01:33: Das ist ja auch ne Frage.

01:01:35: Dass wir quasi mit vielen Problem zu tun haben... wie es bei Ihnen jetzt hier im Haus ja auch ist.

01:01:42: Sie haben auch Corona gehabt, sie haben den Wasserschaden gehabt aber sie haben trotzdem eine Idee was sie machen wollen wo sie hinwollen oder wie sie die Häuser entwickeln wollen.

01:01:50: das was im Kleinen vielleicht hier auch passiert und deswegen Denkanstoß.

01:01:55: schon ganz richtig, dass man das in Großen auch sieht oder vielleicht als Anstoß sogar nehmen kann.

01:02:01: Wir müssen einfach mal was verbinden und es vielleicht auch finden.

01:02:04: Das ist ja auch so ein Ding, wo ich irgendwie das Gefühl habe, das ist uns ein bisschen abhandengekommen.

01:02:09: Was verbindet uns denn alle zusammen?

01:02:12: Da kann Theater ein Ort sein der Sozialität, wo man wirklich aufeinander trifft.

01:02:18: Aber sie haben recht.

01:02:19: Sie haben gerade auch wieder Corona erwähnt, ich glaube leider sind in der Coronazeit unglaublich viel kaputt gegangen ist.

01:02:24: Also in diesen Zeiten, in denen wir alle einsam auf der Couch lagen und eben nicht ins Theater konnten und nicht in die Kneipe oder den Sportvereinen zu andern.

01:02:33: Wo wir andere Orte treffen, wo wir Meinungen... Auf anderen Meinungen auftreffen!

01:02:37: Wo wir lernen miteinander im Austausch zu sein, wo dann auch über Jahre hinweg uns daran gewöhnt haben online Kommentare zu machen und wenn sie ich hab mir seit jahren abgewöhnt mich online zu betätigen in sozialen medien nicht guckt da einige sachen mit so aus professionellen gründen habe ich.

01:02:54: Ich schreibe dann nichts mehr weil Man muss wirklich sagen, die sozialen Medien sind grosser Modo.

01:02:59: Die Jauchegrube des Publizistikbetriebs und wenn sie sich das anschauen wie da miteinander umgegangen wird.

01:03:05: Das ist unglaublich schrecklich!

01:03:08: Gucken Sie hier auf den Facebook-Seiten von der Lokalzeitung vom Theater, wie schnell es geht dass Leute sich beleidigen in die Haare kriegen?

01:03:18: Gespräch, wie wir uns gegenüber setzen können.

01:03:20: Aber

01:03:21: kommen wir nicht auf die Idee?

01:03:22: Das ist tatsächlich auch ein großes Problem.

01:03:25: Vielleicht sogar das Hauptproblem im Digitalen ... Es gibt vieles ... Vorteilhafte, was man ja auch genutzt hat während Corona.

01:03:33: Das gab ja auch glaube ich das Neujahrsempfang oder sowas, glaube ich aus dem Kaufhaus da kann ich mich noch daran erinnern wurde glaube ich auch übertragen.

01:03:39: da sind sie ja auch einige Wege gegangen wo man sich das auch zu Nutze macht.

01:03:43: das ganze Ding aber

01:03:44: also ich glaube auch

01:03:45: Fluchen und Segen liegen sehr nah beieinander glaube ich.

01:03:47: Manche Sachen sehr cool.

01:03:48: dass wir jetzt unser neujahrskonzert immer streamen ist eine schöne Sache und da kriegen wir auch immer wieder Anfragen gerade aus Krankenhäusern aus Altenheimen von Leuten die sagen wir können wir schaffen das jetzt körperlich nicht dahinter.

01:03:59: Wir würden gerne und dann, das ist natürlich alles sehr aufwendig und sehr teuer.

01:04:02: Aber zumindest einmal im Jahr finde ich es sehr schön, dass da alle Teil haben können.

01:04:07: Gleich andere Sachen wie also wir haben in Corona doch gelernt... dass wir digital kommunizieren, dass wir überzoomen.

01:04:13: Also wir haben jetzt mehrmals wöchentlich verschiedene Abstimmungen mit den Kolleginnen und Kollegen in Zittau.

01:04:19: Und das ist super, dass man sich da einfach sieht!

01:04:21: Weil es sind eben vierzig Minuten Fahrt – ich bin einen Tag die Woche immer in Zittaum mindestens aber trotzdem einfach diesen schnellen Austausch zu haben.

01:04:27: dafür sind die Dinge großartig.

01:04:29: Aber... Man muss wirklich sagen also was da in dieser Zeit kaputt gegangen ist gerade bei Kindern aber auch natürlich bei Erwachsenen Was da verloren gegangen ist, das ist enorm und das glaube werden wir nicht mehr aufholen und das müssten wir eigentlich noch mal sehr genau aufarbeiten, was da mit uns als Gesellschaft passiert ist.

01:04:47: Und welche Fehler wir da auch gemacht haben damit wir diese Fehler nicht wieder machen.

01:04:52: Ist das ein Thema, was auch nochmal ins Theater gehört oder muss das an anderen Stellen in der Gesellschaft verhandelt werden?

01:04:59: Oder ist die Politik da einfach gefragt?

01:05:01: Ja also erst einmal gehört alle Themen gehören erstmal grundsätzlich ins Theater.

01:05:05: ich weiß nicht ob das jetzt ... reingehört.

01:05:08: Aber natürlich ist die Politik da gefragt, also jetzt war... Also ich finde das auch gerade noch sehr schade, es waren vor einigen Wochen doch diese RKI-Pfeils veröffentlicht worden wo schon klar wurde zum Beispiel viele Maßnahmen sind politisch entstanden und nicht aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen und das müsste man schon aufarbeiten und dann muss man auch drüber sprechen weil man hat nicht nur Generationen von Kindern glaube ich vor allem geschadet sondern über diese Schulschließung Lockdowns die eigentlich unnötig waren Aber man schadet auch der Wissenschaft.

01:05:36: Also wissen Sie, was ich meine?

01:05:37: Wenn sie sagen, nein, das ist alles Wissenschaft und deswegen muss das so sein... ...und dann stellt es jetzt heraus, nie, es war doch eine politische Entscheidung!

01:05:45: Also wie soll ich denn wenn mir jemand etwas vom Klimawandel erzählt und sagt, dass aber Wissenschaft... Woher soll ich denn auf einmal wissen, dass das jetzt aber stimmt und nicht wieder in der politischen... Also wissen Sie was ich meine?

01:05:54: Man diskreditiert die Wissenschaft.

01:05:56: Und wenn man das nicht aufarbeitet,

01:05:57: dann

01:05:58: schafft man den Nährboden für ein sehr, sehr ungutes Klima.

01:06:01: Ja

01:06:01: manchmal ist es auch gerade im Nachgang der Umgang damit unglücklich, wenn da irgendwie Dinge geschwärzt rausgegeben werden oder so.

01:06:09: Dann weckt das natürlich auch gleich wieder ein ungutes Gefühl in viel.

01:06:13: Und man is ja selber auch nicht ganz frei davon.

01:06:15: ne weil das macht natürlich einen komischen Eindruck.

01:06:18: Was gibt's denn dazu verbergen?

01:06:19: Also klar, manchmal sind es Personen oder es gibt so datenrechtliche Bestimmungen.

01:06:24: Oder das sind sicherlich auch einige Zwänge die man da berücksichtigen muss aber man muss irgendwie versuchen den Eindruck zu erwecken dass man es ehrlich meint und das Vertrauen ist sicherlich ganz schwer wie man das ja auch aktuell sieht.

01:06:36: an den Wahlergebnissen in Sachsen wurde erst gewählt Thüringen auch Brandenburg kann man jetzt noch vor uns.

01:06:42: also Wie gewinnt man das zurück?

01:06:45: Da kann Theater vielleicht ein Charnier sein, könnte ich mir vorstellen.

01:06:49: Dass man zumindest wieder zusammenkommt und über gewisse Themen diskutiert.

01:06:54: Aber da haben wir echt viel zu tun, oder?

01:06:57: Ja.

01:06:57: Da haben wir viel zu tun und ich hoffe das!

01:06:58: Wir hatten hier als erste Veranstaltung der Saison sogar in Zusammenarbeit mit dem Pen Berlin eine Veranstaltung die hieß, dass wird man ja wohl noch sagen dürfen.

01:07:06: Das war hier im großen Haus und ich bin eigentlich ganz stolz weil es war ein Samstagabend über dreißig Grad der Berztorfer See war voll und es waren trotzdem über siebzig Leute hier gekommen zum Diskursveranstaltung wo's einfach darum ging miteinander ins Gespräch zu kommen.

01:07:22: Was darf man sagen, was darf man nicht sagen?

01:07:24: Da war eine Journalistin der Leipziger Volkszeitung und ein Journalist der Bild-Zeitung waren da.

01:07:29: Dennis Ujgel vom Penn war auch mit da und es war ein tolles, tolles Format... bei dem sehr kontrovers gesprochen wurde und vor allem auch die Leute im Publikum untereinander viel gesprochen haben.

01:07:39: Es war nicht nur so, dass Podium spricht, die anderen hören zu, sondern wirklich einen Austausch und ich überlege eigentlich gerade wie wir dieses Format so verstetigen können weil das ist glaube ich die Idee wirklich face-to-face in einem Austauscht zu sein sich nicht im Facebook zu beschimpfen, sondern am besten in nem Theatersaal zu sitzen miteinander zu streiten.

01:07:57: dann lernt man wieder die Regeln Wie man miteinander umgeht und was ist sagbar, was es nicht sagt war.

01:08:03: Und wie geht man höflich miteinander um sowas?

01:08:05: Das müssen wir uns mehr zutrauen und nicht von vornherein zu sagen oder könnte ja also das war auch eine befürchtende könnte ja die falsche Meinung kommen was ist denn die falschen meinung?

01:08:15: also Wir haben im strafrecht sehr klar umrissen was man nicht darf und das finde ich auch gut und richtig und alles andere darf man erst mal und dann gibt's Falsche Aussage, da gibt es schlechten Geschmack.

01:08:25: Darüber kann man streiten über alles aber erst mal ist das doch eigentlich sehr klar um Rissen und dann sollten wir uns noch auch trauen als demokratische Gesellschaft diese Diskurse auszufechten.

01:08:35: Auf jeden Fall, ja.

01:08:36: Und das Thema was in diesem Zusammenhang auch immer irgendwie jetzt auch im Rahmen der natürlichen Landtagswahlen auch öfter wieder aufgefallen ist, ist das Thema Brandmauer.

01:08:47: Das war ja auch in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Anfang August mit ihnen auch ein Thema was dann auch so bisschen auch wiederum gleich für Aufregung sorgte.

01:08:58: da hatte ich den Eindruck dass sie von solchen Begrifflichkeiten nicht so viel halten wie Brandmauern.

01:09:05: Ja, das sind immer so Schlagworte Brandmauer und sonst was.

01:09:08: Das geht immer um den Umgang mit der AfD.

01:09:11: Und da war halt diese Brandmauern.

01:09:13: eigentlich hat das schon sehr geärgert weil es auch seit Jahr und Tag ist jetzt Brandmaurer-Brandmauer.

01:09:18: Wir müssen die AfD schwächen.

01:09:20: Was ist in den letzten zwei Jahren passiert?

01:09:22: Die AfD hat links und rechts zugelegt einfach nur zugelegt über diese Abwehrhaltung.

01:09:26: Über dieses auf keinen Fall Diese immer wieder in den Medien perpetuierte Geschichte, also jeder der AfD-Welt ist rechtsradikal.

01:09:37: Das war so dieses Unterschwellige wo ich sage es muss doch... Also es stimmt über es ist totaler Quatschen.

01:09:43: hier gibt's nicht über dreißig Prozent Rechtsradikale das ist einfach nicht der Fall sondern es hat Gründe warum über ein Drittel der Menschen die AfD wählt.

01:09:52: Und indem ich einfach die ausschließend sage, ihr seid Nazis oder ihr seid nicht klug genug um zu verstehen was wir hier machen.

01:09:59: Dann habe ich sie wirklich ausgegrenzt.

01:10:01: und das führt dazu dass die AfD noch stärker wird weil dann bocke ich erst recht und dann wählen noch mehr Leute.

01:10:05: das also entweder ich höre zu und schaue wo der Schuh drückt weil nochmal wenn über also wenn ein Drittel der leute sagt es passt mir so nicht, dann hat es nichts mit rechts zu tun.

01:10:15: und jetzt klammer auf.

01:10:17: Was ich noch interessanter fand bei den Umfragen vor der Wahl, wenn ich mir da angeguckt hab.

01:10:21: Alle haben auf die AfD geschaut.

01:10:23: oder wenn ich gucke, AfD bündnis Sarah Wagenknecht und Sonstige kamen in Summe ... Wie viel die kommen zusammen?

01:10:30: Wahrscheinlich bei der Hälfte schon fast, ne?

01:10:32: Ja.

01:10:33: Nicht nur eine Mehrheit, sondern eine absolute Mehrheit.

01:10:35: Das ist eine absolute mehrheit der Menschen, die sagt wir sind mit allen etablierten Parteien hochgereilig unzufrieden.

01:10:42: Und das muss uns eigentlich Sorgen machen.

01:10:43: Wo haben alle etablierten Parteien die Menschen so sehr verlohren, dass sie alles Mögliche wählen würden.

01:10:50: Nur nicht das!

01:10:52: Und würden Sie was sehen?

01:10:53: Also sehen Sie selber oder auch vielleicht durch den Kontakt mit anderen, vielleicht auch mit Theaterbesuchern oder mit Leuten im eigenen Haus, vielleicht im Austausch... Was wird denn Ihnen gespiegelt?

01:11:03: und was sehen Sie selbst auch, wo drückt ... sind das tatsächlich Dinge, die politisch schon sehr fahrlässig gelaufen sind?

01:11:11: Oder ist es einfach die Gesamtsituation, die sehr schwierig ist.

01:11:15: Also eben Krieg in Europa auch Inflation.

01:11:19: Corona hat man ja schon mehrfach angesprochen.

01:11:23: Könnte meinen, es ist vorbei aber für viele nach wie vor noch ein Thema oder ... begann für viele auch mit Corona vieles.

01:11:31: Ich glaube, dass in Corona ... ich hab schon viel Vertrauen verloren gegangen ist in staatliche Institutionen.

01:11:38: Ich merke das bei mir selber wie ich vor Corona ein sehr großes Vertrauen hatte in alle staatlichen Institutionens, also vom Gesundheitsamt bis zum Gesundheitsministerium und vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis hin zur Pressestelle des Kanzleramts, wo ich jetzt dass ich sehr viel kritischer bin und genauer draufschaue.

01:12:01: Auch da ist was passiert, weil in Corona hatten wir eine Art Wagenburg-Mentalität.

01:12:05: Was ich gut verstehen kann, das ging mir auch so am Anfang.

01:12:08: Wir müssen alle zusammenstehen gegen dieses Virus ...

01:12:10: Das hatte man ja auch kurzzeitig das Gefühl, oder?

01:12:12: Ja!

01:12:12: Dass es auch eine gemeinschaftliche Kraftanstrengung jetzt geben kann.

01:12:16: Und dass wir das vielleicht schaffen.

01:12:17: Wir schaffen das sozusagen offene andere Weise.

01:12:20: Das hat am Anfang ja auch funktioniert.

01:12:22: Ich erinnere mich eben, im Jahr zwanzig war das, denke ich als das anfing.

01:12:25: Da war eben, ja wir stehen alle zusammen.

01:12:28: Wir bleiben zu Hause und was haben Leute geholfen?

01:12:31: Und also dieser Gedanke von oh die Leute sind nicht solidarisch das kam irgendwann erst später als ich das so lange zog.

01:12:37: am Anfang hat man da sehr genau zusammengestanden und da verstehe Ich auch dass mit ihm auch medial diese wagenburg gebildet hat alle gegen das virus.

01:12:44: nur ich habe den eindruck das hat sich irgendwann nicht mehr aufgelöst sondern eben Verstätigt als so ein irgendwie wir gegen irgendwas.

01:12:52: Das müsste sich wieder auflösen, das müsste sehr viel durchlässiger werden wenn man da vorankommen möchte.

01:12:59: Da ist denke ich mal noch viel zu tun.

01:13:01: auf jeden Fall, ich glaube da sind wir alle gefordert.

01:13:04: aber ich finde es gut dass das Theater da auch mit vorangeht und auch im Beitrag mit leisten will.

01:13:09: zumindest habe dass auch so verstanden, eben das Theater als Diskussions-Diskursmittelpunkt in der Stadt war ja auch so ein Zitat von Ihnen dann aus diesem Interview mit dem Deutschlandfunk.

01:13:24: Also ich gehe davon aus, dass zumindest Abgrenzung für Sie ... keine Option ist?

01:13:29: Nee, Abgrenzung ist keine Option.

01:13:31: Sondern Dialog ist die Option!

01:13:32: Ich muss mit allen Menschen dieser Stadt, dieser Region für die wir als Theater da sind erst mal in Kontakt treten weil wir sind für alle, egal ob jetzt AfD-Wählen oder Grüne oder CDU oder was auch immer... Wir sind dafür alle da und wir sind auch für alle im Austausch da.

01:13:46: und nochmal also ich glaube weil immer der Gedanke vorherrscht man darf nicht mit der AfD reden selbstverständlich Da muss man mit der AfD reden.

01:13:54: Wie soll man auch sonst damit umgehen?

01:13:56: Und es gibt Dinge, die sind unsagbar und das definiert das Strafrecht sehr klar.

01:14:01: Alles Anderes erst mal sagt man dann kann ich mich am Ende mit jemandem streiten auseinandersetzen.

01:14:04: Kann doch hoffentlich auch überzeugen von meiner Position weil... Das würde ich immer für mich in Anspruch nehmen wenn ich doch überzeugt bin.

01:14:10: Ich habe die bessere Position, kann ich auch andere überzeugen.

01:14:12: Dann muss ich nicht auf andere Weise irgendwie tun.

01:14:16: aber die Freiheit müssen wir uns glaube ich nehmen.

01:14:17: diese Freiheit andere Meinungen auszuhalten, diese Freiheit kontrovers zu debattieren und andere Ansichten zu sein.

01:14:24: Und es ist wie gesagt... Es gibt sehr klare Liedenden auch gesetzliche Definitionen von sagen wo werden wir jetzt zum Beispiel menschenfeindlich oder sonst etwas?

01:14:32: Wo habe ich irgendwie einen ganz anderen Standpunkt?

01:14:35: Von mir ist das ein sehr konservierter Standpunkt aber den muss ich doch einfach erstmal akzeptieren.

01:14:39: Und kann es sein, dass wenn ich das Interview jetzt auch dann noch weiter zitiere da gibt's noch ein Zitat von Ihnen.

01:14:47: Identitätspolitische Fragestellungen sind Rückzugsgefechte weil wir uns den eigentlichen Fragen nach Verteilungsgerechtigkeit in einem spätkapitalistischen System nicht mehr zu fragen trauen?

01:14:58: Also kann es seien, dass wir so bisschen oftmals dann auch im Diskurs an der Oberfläche kratzen und die eigentlich Themen gar nicht mehr so richtig sehen, um die es eigentlich vielleicht gehen soll?

01:15:11: Ja oder genau.

01:15:12: Oder die man sich vielleicht wünscht!

01:15:13: Also da sind wir eben wieder beim Spielzeitkapital.

01:15:16: Wir machen uns um ganz viele Sachen Gedanken und streiten uns wie die Kesselflicker über.

01:15:21: Gerade jetzt ist ja ein Groß eben Identitätspolitik.

01:15:24: und welche Pronomen, wer es queer und was wie das geeignet so viel gerade Wut und Auseinandersetzung zu provozieren.

01:15:32: Was gar nicht sein müsste.

01:15:33: ich glaube wirklich die meisten Menschen haben damit überhaupt kein Problem.

01:15:37: also dass Klar und auf der anderen Seite wird auch das wieder voll in den ökonomischen Kontext gezogen.

01:15:42: Sie haben gesehen, jetzt war wieder der Pride Month.

01:15:44: Auf einmal hatten alle Unternehmen, hatten Pride fahren draußen hängen und hatten ihr Logo aktualisiert.

01:15:50: Und es ist dann schön nach dem einen Monat aber auch wieder verschwunden als auch das ist natürlich... Das ist so, das ist wirklich klassisches Pinkwashing.

01:15:57: Kauf doch bitte bei uns!

01:15:58: Weil wir sind so progressiv und ich glaube nicht dass irgendein Unternehmen das vermeint oder dass irgen ein Unternehmen seine Lieferketten verbessert oder die Zustände für seine Mitarbeiter verbessert.

01:16:08: aber es gibt Unternehmen, die lassen immer noch keine Betriebsräte zu, keine betriebliche Mitbestimmung haben sich aber die Pride Flag reingehängt.

01:16:15: was soll das?

01:16:16: Also das Quatsch.

01:16:16: also das eine geht nicht ohne das andere.

01:16:18: Aber diese Fragen wirklich nach einer Verteilungsgerechtigkeit Die stehen eigentlich immer im Hintergrund von diesen Debatten.

01:16:25: Und die Debatten lenken uns aber eigentlich davon ab, weil wenn sie Köpfe einschlagen über welche Pronomen statt drüber zu reden was ist eine gerechte Verteilung?

01:16:33: Witzigerweise ist es nur leider dann vielleicht wiederum so, dass ja diese identitätspolitische Debatte wenn wir auf Gerhard Hauptmann schauen doch wieder irgendwie ausgelöst worden ist.

01:16:44: Herr Beutler hat das in einem Kommentar am Wochenende auch noch mal beschrieben.

01:16:50: er meint Es wäre eine völlig unnötige Identität Debatte, wo er dann die Frage aufmacht.

01:16:57: Was hat das Theater gewonnen?

01:16:59: Wenn sich seine Stammgäste abwenden und einfach in die Semperoper oder ins Kotbuser Theater oder gar ins deutsch-sorbische Volkstheater Bautzen fahren weil sie gewisse Namen behalten?

01:17:11: also können Sie sich vorstellen dass jemand dann sagt weil es nicht mehr Gerd Hauptmann heißt fahre ich dann doch lieber nach Kotbus.

01:17:23: Eigentlich, also auch da wieder.

01:17:25: Herr Beutler hat natürlich ein Recht auf seine Meinung und ich sehe natürlich... Ich finde er geht glorreich am Punkt vorbei.

01:17:32: Und ich sehe viele Dinge anders als er.

01:17:33: aber um auf die konkrete Frage zu antworten.

01:17:37: Natürlich haben viele Besucherinnen und Besucher auch jetzt schon mir gegenüber geäußert, sie kommen nicht mehr wenn das Theater anders heißt.

01:17:44: Das höre ich, das verstehe ich

01:17:46: auch so eindeutig.

01:17:47: Ja das haben das haben durchaus Leute gesagt.

01:17:49: also Ich kriege auch andere Briefe von Leuten die sagen dass es ja eine tolle Sache gut dass ihr das macht Und wie innovativ also ist sehr gemischt.

01:17:57: Jetzt warten wir mal ab wie die ganze sache zum schluss ausgeht wie das weitergeht.

01:18:03: Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand jetzt bewusst sagt ich gehe nicht mehr in mein Heimattheater.

01:18:07: stattdessen fahre ich jedes Mal nach Cottbus wenn der nicht vorher eh schon nach Cott Bus gefahren ist um sich Sachen anzugucken.

01:18:13: Ich würde es nicht machen.

01:18:15: Zumal sich ja am Spielplan auch nichts ändert?

01:18:17: Ich wollte

01:18:17: dich gerade sagen weil ... Der Spielplan ist der Spielplan.

01:18:20: unser tolles Ensemble ist unser tollen Ensemble.

01:18:22: unsere Orchester ist unsere Orkestern.

01:18:24: die Leute wissen das ist eine tolle Qualität die wir hier künstlerisch liefern hoffe ich doch und die wird sich auch nicht ändern.

01:18:30: das heißt die Namensrechte sind eine Aber natürlich auch eine Frage, die in dem Zusammenhang steht mit.

01:18:35: Wir haben vorhin übers Kulturraumgesetz gesprochen und über die Finanzierung der Häuser gesprochen.

01:18:40: Wenn wir die Häuser ordentlich ausfinanzieren, müssen wir über solche Dinge doch gar nicht nachdenken?

01:18:44: Und dann ist aber auch die Frage, bevor wir vielleicht gar keinen Theater mehr haben, könnte das vielleicht anders heißen.

01:18:49: Ist das ne bittere Pille, die zu schlucken bereit sind dafür dass die künstlerische Qualität so wie sie es erhalten bleibt?

01:18:55: Also das sind Fragen, die wir glaube ich schon stellen können

01:19:00: die Frage, die man dann auch medial vielleicht eher noch diskutieren sollte.

01:19:03: Also wie in welcher Form ist die Finanzierung nachhaltig gesichert?

01:19:08: Wie kann das Kulturraumengesetz so transformiert werden, dass es auch noch in den nächsten Jahren trägt?

01:19:15: Weil das ist ja glaub ich auch so ein Punkt.

01:19:16: Tatsächlich ist ja diese Ungewissheit jetzt auch wieder aktuell.

01:19:19: Dieses Jahr ist die Finanzierung noch gesicherd für das Haus aber dann ab dem Nächsten sieht's eigentlich schon ziemlich schwierig aus.

01:19:27: Ja, so ist es.

01:19:28: Oder ungeklärt kann man eigentlich sagen?

01:19:31: Es ist in der Schwebe und wir sind da eben nicht allein.

01:19:34: ich hab's vorhin schon mal angerissen.

01:19:35: also das ist ja das Interessante.

01:19:36: es geht wirklich als ich sag Freiburg-Döbeln, Blauenzwickau, Bläserphilharmonie Bad Lausig, Bautzen... Also es geht allen so sogar Chemnitz.

01:19:45: Chemnits wird nächstes Jahr Kulturhauptstadt und das Theater Chemnit ist nicht ausfinanziert.

01:19:48: Das ist eigentlich peinlich und da muss was passieren.

01:19:51: deswegen ist es glaube ich jetzt ganz zentral.

01:19:53: Jetzt wird dieses Kulturraumgesetz evaluiert, es ist glaube ich enorm wichtig dass die Mittel für die Kulturräume jetzt dynamisiert werden das da eine Steigerung reinkommt und dass man diese acht betroffenen Institutionen, Theater und Orchester im ländlichen Raum in der Fläche.

01:20:09: Dass man die ins Gesetz hineinschreibt warum?

01:20:11: Weil wir sonst wirklich irgendwann, ich profiziere es zu diesem Zustand kommen wo wir Kultur in Leipzig und in Dresden haben und das will niemand.

01:20:18: Das will auch niemand hier im Land haben.

01:20:21: Sachsen ist eine Kulturnation und das braucht Kultur in der fläche.

01:20:23: deshalb arbeiten wir ganz stark dran.

01:20:26: aber da muss jetzt auch die Politik ran.

01:20:30: wenn's hoffentlich bald ne Landesregierung gibt

01:20:32: Stimmt, das ist ja noch das nächste Thema was noch zu klären ist.

01:20:36: Ja dann ich wünsche jetzt einfach mal alles Gute für das Haus und für die zukünftigen... ...für die Kasse zukünftig.

01:20:44: Die Finanzen, dass alles seinen Weg findet, dass es alles funktioniert.

01:20:48: Dass es weiterhin dieses schöne Haus mit den wunderbaren Inszenierungen geben kann.

01:20:55: Und ansonsten bedanke ich mich.

01:20:58: Vielen Dank für das schöne angenehme Gespräch, für den Besuch.

01:21:01: Kommen Sie gerne wieder zu Vorstellungen?

01:21:03: Ja, sehr gern!

01:21:04: Ich will ja den Nussknacker, den hatte ich mir schon vorgenommen.

01:21:07: Sehr gut.

01:21:08: Das heißt ja auch nicht ...

01:21:09: Ein Nuss Knacker.

01:21:11: Nicht der Nuss-Knacker sondern ein.

01:21:13: Genau.

01:21:13: Genauso wie es bei Kapital auch nur... nicht das Kapital ist sondern...

01:21:16: Genau so.

01:21:17: ein Kapital verweist auf alles Mögliche und ein Nussknacker ist tatsächlich die erste Inszenierung unseres neuen Tanzdirektors Massimo Gerardi Der hier gerade anfängt und der hat sich dieses klassische Nussknackermaterial eben vorgenommen.

01:21:30: Und das Tolle ist, es wird mit Live-Klavierbegleitung stattfinden also keine Musik von der Konserve sondern Livemusik und er geht mir diesen Material aber auch über Konsum, über Ähnliches sehr frei um.

01:21:42: Ich habe erste Sachen schon gesehen.

01:21:44: Das wird sehr schön!

01:21:44: Ich freue mich drauf.

01:21:46: Ja ich freue mich auch und bedanke mich für das Gespräch.

01:21:48: Vielen Dank

01:21:49: Sehr gerne Tschüss.

01:21:52: Das war der Redewert heute mit Dr.

01:21:54: Daniel Morgenrot dem Inten-Landen des Gerhard Hauptmanntheaters Görlitz Zittau.

01:21:59: Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann empfehle ich euch auf die Episode mit Lukas Riedschel sein Theaterstück.

01:22:06: Das beispiellhafte Leben des Samuel Weh wird übrigens auch in dieser Spielzeit wieder auf der Theaterbühne zu sehen sein!

01:22:13: Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich auf Rückmeldungen sowie wenn ihr diesen Podcast in eurer Podcastapp abonniert oder weiterempfiehlt.

01:22:21: Dankeschön.

01:22:23: Der Podcast von und mit Sandro Kühn.

01:22:29: Produktion Tonungsschnitt, Sandro-Kühn Neuepisoden in unregelmäßiger Folge auf Spotify und anderen Audio Streamingdiensten.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.